Prinzip Apfelbaum - Magazin über das, was bleibt

No. 20 – MENSCHLICHKEIT

No. 20 – MENSCHLICHKEIT

Eine Welle der Menschlichkeit: Flüchtende Kinder in der Ukraine
© Vadim Ghirda / Picture Alliance / AP

Editorial

Der Krieg in der Ukraine macht es deutlich. Die grausamen Bilder von Tod und Zerstörung sind zum Verzweifeln. Doch gleichzeitig erleben wir eine neue Welle der Menschlichkeit. Vor allem in der Not beweisen wir, was in uns steckt, was uns als Menschen ausmacht: der spontane Altruismus, unsere Hilfsbereitschaft, wenn wir Leid erleben. Und es ist kein Geheimnis, dass es auch uns selbst gut tut, wenn wir anderen helfen.

Dafür brauchen wir aber weder Krieg noch Katastrophen. Gelegenheiten, anderen Menschen etwas Gutes zu tun, gibt es jeden Tag und an vielen Orten: bei der Arbeit, in der Familie, unter Nachbarn, auf der Straße oder im Supermarkt. Man muss sie nur nutzen! Auch wenn es meist um Kleinigkeiten geht, in der Summe haben viele kleine Taten eine große Wirkung auf unser Zusammenleben.

Menschlich zu handeln, ist immer auch ein Abenteuer. Oft wissen wir nicht, wie es ausgehen wird. Zu helfen, sich einsetzen, kann auch bedrückend und schmerzhaft sein, nicht selten müssen wir uns überwinden. Wir sollten uns dennoch drauf einlassen. Denn ohne jede Berechnung menschlich zu handeln, lässt uns das Glück spüren, für andere da zu sein und zeigt, wer wir wirklich sind: Einfach selbstverständlich menschlich.

Susanne Anger

Sprecherin der Initiative "Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum"

ZUM TITELBILD

Auf dem Weg in die Sicherheit: Zwei Kinder schauen aus dem Fenster ihres Zuges, der sie von Kiew in die Westukraine bringt.

Menschen

„Die Klagen dienen nicht nur dem Einzelfall.“

Der Anwalt Wolfgang Kaleck setzt sich weltweit für Menschenrechte ein. Er wählt den Rechtsweg und klagt vor internationalen Institutionen, um gegen Staatsfolter und Mord ebenso wie gegen die Ausbeutung von Menschen im Globalen Süden zu kämpfen. Ein Gespräch über die Bedeutung von Urteilen und wie er trotz allem Unrecht nicht verzweifelt.

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Wolfgang Kaleck, Gründer des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)

Wissenswertes

Prothesen und Chips: Update für den Menschen

Seit etwa 30 Jahren wird an der Koppelung von Mensch und Maschine geforscht. Durch die Verbindung von Gehirn und Computer können Querschnittsgelähmte etwa Prothesen bewegen und künftig sogar kommunizieren. Je weiter die Forschung voranschreitet, desto dringender stellen sich Fragen jenseits der Technik: Was ist der Mensch – und was will er sein?

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Erweiterung des Menschen: Eine Hand besteht zur Hälfte aus mechanischen Teilen.

Impulse

Ethisches Handeln: Jede Tat hat eine Wirkung

Von der selbstlosen Heldentat bis zum Türaufhalten: Ethisches Handeln hat viele Facetten. Doch manchmal stehen wir vor einem moralischen Dilemma. Um im entscheidenden Moment das Richtige zu tun, hilft die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen. Und ein bisschen Übung.

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Hilfsbereit: Zwei Hände halten einen verletzten Vogel.

Unsere Lieblinge

LESETIPP

Unser Menschenbild ist geprägt von den schlechten Nachrichten, die wir jeden Tag hören. Je schrecklicher das Ereignis, desto größer unsere Aufmerksamkeit. Doch im Grunde sei der Mensch gut, meint der Historiker Rutger Bregman und sammelt dafür beeindruckende Belege. Egal ob Archäologie, Biologie oder Soziologie, überall häufen sich die Hinweise, dass sich der Mensch vor allem deswegen als Art durchsetzen konnte, weil er altruistisch veranlagt ist. Statt survival of the fittest, setzte sich der „Freundlichste“ durch. Bregmans äußerst unterhaltsamer Ritt durch Menschheitsgeschichte und Forschung gibt Anlass, weit verbreitete Überzeugungen zu überdenken. Wir sollten optimistischer auf die eigene Spezies blicken!
Rutger Bregman: „Im Grunde gut. Eine neue Geschichte der Menschheit.“ Rowohlt Verlag, 2020. 480 Seiten. 24 Euro

Das Zitat

Die Schriftstellerin Bertha von Suttner erhielt 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis.
© picture-alliance / IMAGNO / Austrian Archives
„Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder!“

Bertha von Suttner

1843 – 1914, Schriftstellerin und Pazifistin

Jakob von Uexküll mit den beiden ersten Preisträgern 1980.
© Right Livelihood Award

IDEEN, DIE BLEIBEN

Right Livelihood Award

Der Deutsch-Schwede Jakob von Uexküll handelt mit wertvollen Briefmarken und kommt viel in der Welt herum. Er sieht die globalen Probleme wie Hunger und Umweltzerstörung. Er sieht aber auch, dass es viele Ansätze gibt, um die Probleme anzugehen. Allerdings wird den Ideen und den Menschen dahinter wenig Beachtung geschenkt. Uexküll will das ändern: Wer einen Nobelpreis verliehen bekommt, der wird ernst genommen! Deswegen verkauft Uexküll einen Teil seiner Briefmarkensammlung und bietet den Erlös von einer Million US-Dollar dem Nobelpreiskomitee an, um zwei neue Nobelpreise für Umweltschutz und Entwicklung ins Leben zu rufen. Das Komitee lehnt freundlich ab. Doch Uexküll gibt nicht auf und gründet 1980 – mit gerade mal 36 Jahren – seinen eigenen Preis, den Right Livelihood Award. Der Preis wird bald auch „Alternativer Nobelpreis“ genannt – eine treffende Bezeichnung. Mit dem Right Livelihood Award werden Menschen, die die Welt verändern, nicht nur geehrt. Der Preis ist auch eine direkte Unterstützung, er verschafft den Preisträgerinnen und -trägern Gehör, vernetzt sie mit anderen Aktivistinnen und Aktivisten und trägt nicht selten dazu bei, sie vor politischer Verfolgung zu schützen.

69%

Die Zahl

Die beiden vergangenen Jahre der Corona-Pandemie haben sich positiv auf die Hilfsbereitschaft ausgewirkt. Bei Umfragen zum World Happiness Report 2022 gaben 69 Prozent der Befragten an, im vorangegangenen Monat einem fremden Menschen geholfen zu haben. 37 Prozent der Befragten hatten für den guten Zweck gespendet, 23 Prozent hatten sich ehrenamtlich engagiert. Insgesamt stieg demnach die Hilfsbereitschaft der Menschen weltweit um durchschnittlich 25 Prozent im Vergleich zum Zeitraum 2017 bis 2019. Bleibt zu hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Schon gewusst?

Vererben oder vermachen?

Auch wenn beide Worte oft synonym verwendet werden – „vererben“ und „vermachen“ sind nicht dasselbe. Wer einen konkreten Gegenstand, Rechte oder Geld vermachen möchte, muss dies ausdrücklich in einem Testament oder Erbvertrag regeln. Die Erbschaft hingegen kann auch von Gesetzes wegen eintreten. Erbinnen und Erben erhalten dann automatisch die gesamten Vermögenswerte und Rechte, aber auch die Schulden. Gibt es mehrere Erbinnen und Erben, teilen sie sich alles. Dies schließt erst einmal auch vermachte Werte mit ein. Die oder der Begünstigte muss dann das Vermächtnis bei den Erben einfordern. Ein Vermächtnis ist damit nur sinnvoll, wenn man möchte, dass eine Person etwas Konkretes erhält, z.B. die Plattensammlung, das Auto oder eine Summe Geld. Der Vorteil ist, dass nur Vermögenswerte, aber keine Schulden vermacht werden. Der Nachteil ist, dass ein solcher Anspruch erst gegen die Erbinnen und Erben durchgesetzt werden muss – wenn die sich weigern, notfalls auch vor Gericht.

Ratgeber

Humor hilft: Ein lachender, älterer Mann im Gespräch

Umgang mit Demenz: Der Kern des Menschen bleibt

Demenz stellt unser Bild vom selbstbestimmten, vernunftbegabten Menschen in Frage. Doch die Würde eines Menschen ist nicht von der Fähigkeit zur Vernunft abhängig. Wer hilfsbedürftig wird, verliert nicht seine Eigenständigkeit. Ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit und eine Kommunikation auf Augenhöhe.

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Umgang mit Demenz: Der Kern des Menschen bleibt

Demenz stellt unser Bild vom selbstbestimmten, vernunftbegabten Menschen in Frage. Doch die Würde eines Menschen ist nicht von der Fähigkeit zur Vernunft abhängig. Wer hilfsbedürftig wird, verliert nicht seine Eigenständigkeit. Ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit und eine Kommunikation auf Augenhöhe.

Als sein Vater dement wurde, habe er gerne mit ihm zusammen Musik gehört, Bach und Schubert. Etwas, das sie vorher nie getan hätten. Die Krankheit habe eine andere Innigkeit in das Vater-Sohn-Verhältnis gebracht, erzählt der Rechtswissenschaftler Thomas Klie in einem Interview mit dem Spiegel. Klie ist überzeugt, dass ein gutes Leben auch mit Demenz möglich ist. Dafür müssen aber die Rahmenbedingungen stimmen.

In seinem Buch „Recht auf Demenz“ fordert Klie deshalb einen anderen Umgang mit den Betroffenen. „Würde ist nicht an Leistungsfähigkeit gebunden“ heißt es in Artikel 1 des Grundgesetzes. Jeder habe Anspruch darauf, als Teil der Gesellschaft gut versorgt zu sein. Für alle, die mit Demenzerkrankten zu tun haben, bleibt der Umgang aber eine große Herausforderung. Denn wie rede ich mit jemandem, den rationale Argumente nicht mehr erreichen? Der verwirrt ist und vielleicht schnell wütend wird?

Den Menschen in ihrer Welt begegnen

„Wir müssen Menschen mit Demenz ernst nehmen und uns an ihr Tempo anpassen“, erklärt Laura Mey von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Kurze Sätze und eine langsame Sprache erleichtern die Kommunikation. Ein Tipp, der sofort einleuchtet. Was aber bedeutet ernstnehmen? Vor allem geht es darum, sich auf die Perspektive der Menschen einzulassen. Denn sie nehmen die Welt manchmal anders wahr. So fällt es Menschen mit Demenz zum Beispiel schwer, sich neue Informationen zu merken. Oder sie kommen mit den Erinnerungen durcheinander.

Nähe und Berührungen: eine tröstende Hand auf der Schulter

Ein Klassiker ist, dass Patientinnen und Patienten nach verstorbenen Angehörigen fragen. „Mutter wollte doch zum Kaffeetrinken vorbeikommen“. Aber die Mutter ist schon zwanzig Jahre tot. Es nützt nichts, darauf zu verweisen, dass die Mutter nicht kommen wird. „Es ist dann gut, über die Mutter ins Gespräch zu kommen und Positives aufleben zu lassen. Zum Beispiel: ‚Deine Mutter ist dir sehr wichtig. Nichts geht über ein gemeinsames Kaffeetrinken in der Familie! Du hast dich immer gut um alle in der Familie gekümmert’“, empfiehlt Mey, die am Alzheimer-Telefon auch Angehörige und Betroffene berät.

Die Sprache des Körpers

Genauso wenig sollte man zu streiten anfangen, wenn einen der erkrankte Vater beschuldigt, die Geldbörse gestohlen zu haben. Auch Appelle an die Logik – „warum sollte ich dir etwas wegnehmen“ – helfen hier nicht weiter. „Besser ist es, Sie bringen Verständnis auf, in dem Sie bestätigen: ‚Ohne Geld ist man natürlich ganz schön aufgeschmissen. Es gibt wahrscheinlich niemanden, der nicht aufgeregt wäre, wenn sein Geld weg ist’“. Ernst genommen zu werden, helfe dem Vater, sich nicht noch mehr aufregen zu müssen, sagt Mey. Dann kann man Hilfe anbieten und gemeinsam auf die Suche nach der Geldbörse gehen.

Generell hilft es, Blickkontakt zu halten und auf Gesichtsausdruck und Körperspannung zu achten. So kann man feststellen, welche Gefühle die erkrankte Person gerade hat. Das Lesen der Körpersprache wird vor allem im späteren Krankheitsstadium wichtig, wenn die sprachliche Kommunikation schon eingeschränkt ist.

Gefühle bleiben sehr lange erhalten und ein emotionaler Zugang ist noch lange möglich. „Mama, du wirkst so traurig. Jetzt nehmen wir uns mal in den Arm“. Auch der Sinn für Humor bleibt Menschen mit Demenz oft noch lange erhalten. Laura Mey weiß aus Erfahrung: „Nicht selten lassen sich schwierige Situationen mit Humor auflösen. Lachen hilft und kann entspannen“.

Tipps für die Verständigung

  •  Gespräch auf Augenhöhe führen (Blickkontakt halten).
  • Langsam und deutlich sprechen. Einfache Sätze verwenden.
  • Nur eine Sache sagen oder fragen. Keine Wann-, Warum-, Weshalb- oder Wo-Fragen stellen.
  • Freundlich und zugewandt sein, auf die Körpersprache achten.
  • Bestätigung geben, wenn etwas gelingt.

Zwischen Fürsorge und Selbstbestimmung

Viele Menschen mit Demenz fühlen sich wohler, wenn sie ein Stück Selbstwirksamkeit erleben können. Das heißt zum Beispiel, sich die Bluse selbst zuzuknöpfen, auch wenn die Knöpfe dann vielleicht in falscher Reihenfolge liegen. „Einfach machen lassen und nur die Hilfestellung geben, die es braucht“, sagt Mey. Manchmal hilft ein Impuls, eine Erinnerung an frühere Zeiten, damit eine Aufgabe selbständig ausgeführt werden kann. Also zum Beispiel mit dem Wäschekorb zum Wäscheständer gehen und die Person bitten, die Wäsche aufzuhängen.

Mit schwierigen Verhaltensweisen umgehen

An ihre Grenzen können Pflegende geraten, wenn Menschen sehr unruhig oder ängstlich werden. Wenn sie sich überfordert fühlen, wehren Menschen mit Demenz meist ab. „Daher ist es so wichtig, sie nicht zu überfordern und darauf zu achten, dass sie ihr Selbstwertgefühl wahren können. In manchen Situationen kann es helfen, mit etwas abzulenken, das der Person mit Demenz vertraut ist und das ihr Sicherheit gibt. Wenn eine Situation zu eskalieren droht, kann es richtig sein, aus der Situation herauszugehen und die Wohnung oder das Zimmer für kurze Zeit zu verlassen“, empfiehlt Mey.

Oft wird der Umgang mit demenzkranken Menschen dramatisiert, meint Thomas Klie. Oder Angehörige sehen nur die Schutzbedürftigkeit der Erkrankten. Umso wichtiger sind Informationen. Je mehr man über Demenzerkrankungen weiß, desto besser gelingt auch der Umgang mit Erkrankten. Klie plädiert dafür, Demenz als eine Art Lebensform zu begreifen, die viel lebensbejahende Zuwendung braucht. Denn der Kern eines Menschen bleibt. Zweifellos eine Einstellung, die bei einem würdevollen Umgang helfen kann.

Weitere Informationen

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien. Die Webseite bietet viele Tipps, Informationen und Adressen von Unterstützungsangeboten bundesweit. Am Alzheimer-Telefon helfen geschulte Beraterinnen und Berater weiter.

TEXT: Angelika Friedl
FOTOS: Creative Credit / Istock, Pikselstock / Shutterstock

Ein Frau schreit: Nicht alle Gefühle müssen raus.

Emotionen: Wie sie unser Verhalten bestimmen

Ob Zorn, Angst, Freude, Scham oder Traurigkeit – häufig bestimmen unsere Gefühle, was wir tun. Umso wichtiger ist es, sie zu erkennen, statt zu leugnen. Das Zulassen muss aber nicht bedeuten, alles auszuleben. Das Gute: Wer seine eigenen Gefühle versteht, kann auch besser mit denen seiner Mitmenschen umgehen.

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Emotionen: Wie sie unser Verhalten bestimmen

Ob Zorn, Angst, Freude, Scham oder Traurigkeit – häufig bestimmen unsere Gefühle, was wir tun. Umso wichtiger ist es, sie zu erkennen, statt zu leugnen. Das Zulassen muss aber nicht bedeuten, alles auszuleben. Das Gute: Wer seine eigenen Gefühle versteht, kann auch besser mit denen seiner Mitmenschen umgehen.

Unsere Gefühle sind oft ein Ärgernis. Wenn man vor Angst wie gelähmt ist; wenn man wütend wird, statt einen klaren Kopf zu behalten; wenn man schwer verliebt peinlichen Blödsinn redet oder bei einer Präsentation vor Aufregung den roten Faden verliert. Denn Menschsein bedeutet mehr als nur Vernunft. Mehr als wir es wahrhaben wollen, wird unser Verhalten durch unsere unbewussten Emotionen bestimmt. Doch woher kommen alle diese Gefühle?

Gefühle haben wichtige Funktionen

Jedesmal, wenn wir in eine neue Situation geraten, wissen unsere Gefühle ziemlich schnell, was sie davon halten. Unser emotionales Erfahrungsgedächtnis ist unser wichtigstes Bewertungssystem, wie der Neurowissenschaftler Gerhard Roth meint. Haben wir schon einal etwas ähnliches erlebt? Und wie haben wir es abgespeichert, eher als gut, vorteilhaft und lustvoll? Oder eher als schlecht, nachteilig oder sogar schmerzhaft? Im Gedächtnis bleibt das Erlebnis mit dem jeweiligen Gefühl verbunden.

Bevor wir uns bewusst erinnern können, ruft das Gehirn die damaligen Emotionen wieder hervor. Wir fühlen uns gut, wenn wir die vergleichbare Erfahrung positiv abgespeichert haben. Dagegen warnt uns ein schlechtes Gefühl, wenn wir an negative Erfahrungen erinnert werden.

Unterschiedliche Gefühle spiegeln sich im Gesicht einer Frau.

Ohne Gefühle keine Entscheidung

Ohne diese Gedächtnishilfe wären wir ziemlich orientierungslos, betont auch der Neurologe Antonio Damasio in seinem Buch „Descartes Irrtum “. Er beschreibt darin Menschen, die durch lokale Hirnschäden die Fähigkeit verloren haben, Gefühle zu empfinden. In der Folge werden sie gleichgültig. Sowohl ihr Gedächtnis als auch ihr Urteilsvermögen sind eingeschränkt. Auch die Gefühle anderer Menschen können sie nur noch schwer verstehen. Damasio fordert daher zu einem Umdenken auf. Viel zu lange haben wir ihm zufolge rationale Entscheidungen allein dem Verstand zugeordnet. Tatsächlich hängen sie auch von unseren Gefühlen ab.

Tief verborgen und dennoch schnell

Doch im Alltag erscheinen uns unsere Gefühle oftmals weniger eine Orientierungshilfe als eher unangemessen zu sein. Warum wir sie haben, können wir uns dann selbst nicht erklären. Ein Grund dafür könnte sein, dass sie auf den ganz frühen Erfahrungen aus unseren ersten Lebensmonaten und –jahren basieren. Unsere Gefühle sind älter als unsere bewussten Erinnerungen.

Und sie sind schneller. Gefühle sind bereits da, bevor wir überhaupt denken können. Berühmt wurden die Versuche des US-Physiologen Benjamin Libet, die zeigen, dass das motorische Zentrum des Gehirns mit der Vorbereitung einer Bewegung bereits begonnen hat, bevor man sich dessen bewusst wird. Libet schloss daraus, dass dem bewussten Verstand nur ein kurzes Zeitfenster bleibt, indem es die bereits unbewusst eingeleitete Handlung stoppen könnte. Dem Verstand könnte bei vielen Handlungen lediglich eine Art Veto-Funktion übrig bleiben.

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Was sagt der Bauch?

Statt unsere Gefühle zu leugnen, sollten wir uns ihnen also stellen. Ein erster Schritt ist, sie überhaupt zu erkennen. Denn oft wissen wir nicht einmal, dass wir ein bestimmtes Gefühl erleben. Wir unterdrücken es, bewusst oder unbewusst. Das betrifft vor allem Gefühle, die als besonders verpönt gelten, wie etwa Neid, Eifersucht oder Zorn. Sogar positive Gefühle wie Freude oder gute Laune haben viele Menschen gelernt abzuwehren.

Doch diese Gefühle gehören zum Leben dazu, wir sollten sie zuzulassen. Denn das ist ziemlich gut untersucht: Wenn man sie unterdrückt, kommen sie an anderer Stelle wieder hoch. Schon allein dadurch, dass man sich sagt, „gut, dann bin ich jetzt eben mal wütend oder eifersüchtig“, lässt sich ein negatives Gefühl besser ertragen.

Kissen prügeln hilft nicht

Aber wie geht man damit um, wenn einen sehr starke Emotionen überkommen? Einfach alles rauslassen, wie es Therapeuten vor allem in den 70ziger Jahren empfahlen? Lieber nicht, meint das Psychiater-Duo François Lelord und Christoph André. Wer vor Wut ein Kissen prügelt oder ordentlich flucht, der verstärke nur seine Wut. Auch Traurigkeit ließe sich nicht einfach wegweinen. Weinen verstärke den Kummer. Helfen könne es lediglich, wenn man dabei ein tröstendes Gegenüber habe.

Tipps

Zu einem guten Umgang mit Emotionen gehört laut François Lelord und Christoph André unter anderem:

  • die eigenen Emotionen erkennen und voneinander unterschieden
  • sich von seinen Emotionen weder lähmen noch fortreißen lassen, sondern im richtigen Maße aktiv werden.
  • Emotionen so ausdrücken, dass es die Kommunikation mit den anderen verbessert, statt sie zu stören
  • die Emotionen der anderen erkennen und angemessen auf sie reagieren

Wahrnehmung trainieren

Die Wahrnehmung der eigenen Emotionen lässt sich durchaus üben. Etwa, indem man auf die Signale des Körpers achtet. Herzschlag, Muskelspannung, Schmerzen – wie eine Warnanlage informiert uns unser Körper über unsere Gefühle. Ein anderer Tipp von Lelord und André: Führen Sie Tagebuch! Denn Menschen, die schmerzliche Ereignisse und ihre Gefühle niederschreiben – oder drüber sprechen – , können das Erlebte besser verstehen und meistern.

Nicht nur die eigenen Gefühle, sondern auch die der anderen können wir lernen, besser wahrzunehmen. Wer Empathie trainieren möchte, sollte etwa bewusst das Gesicht des Gegenübers beobachten, wo sich vielleicht nur für einen kurzen Moment dessen wahre Gefühle zeigen. Viel zu oft sind wir mit uns selbst und unseren Argumenten beschäftigt, statt auf die Reaktionen des anderen zu achten. Eine andere Möglichkeit, dem Gegenüber näher zu kommen: dessen Standpunkt oder Gefühle mit eigenen Worten zu formulieren.

Es lohnt sich, die „Macht der Gefühle“ anzuerkennen und ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Wer Emotionen besser erkennt, kann schließlich auch gelassener mit ihnen umgehen, bei sich selbst und anderen Menschen.

Zum Weiterlesen

François Lelord und Christoph André: Die Macht der Emotionen. Ausführlich geht das französische Psychiater-Duo auf acht verschiedene Gefühle ein und hilft dabei, sie zu erkennen, zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Erschienen im Piper Verlag.

Antonio R. Damasio: Descartes‘ Irrtum. Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn. Vor fast 20 Jahren veröffentlichte der berühmte Neurologe zum erstenmal seine bahnbrechende Theorie, wie Verstand und Emotionen zusammenhängen – bis heute lesenswert. Erschienen im Deutscher Taschenbuch Verlag.

TEXT: Wibke Bergemann
FOTOS: Asya Molochkova / Stocksy, Andrea Piacquadio / Pexels

Wertvoll und persönlich: der vererbte Schmuck

Gemeinnützig vererben: Profis für den Nachlass

Wer etwas Bleibendes hinterlassen möchte, kann eine Hilfsorganisation zur Haupterbin bestimmen. Die löst dann im Todesfall auch den Haushalt auf. Es kommen Profis ins Haus, um Möbel und persönliche Gegenstände sorgfältig zu sortieren, zu verschenken oder zu verkaufen. Für einen guten Zweck.

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Gemeinnützig vererben: Profis für den Nachlass

Wer etwas Bleibendes hinterlassen möchte, kann eine Hilfsorganisation zur Haupterbin bestimmen. Die löst dann im Todesfall auch den Haushalt auf. Es kommen Profis ins Haus, um Möbel und persönliche Gegenstände sorgfältig zu sortieren, zu verschenken oder zu verkaufen. Für einen guten Zweck.

Sich um den Nachlass eines verstorbenen Menschen zu kümmern, kann eine sehr persönliche Sache sein. Man begegnet der Lebensgeschichte eines Menschen, seinen Angehörigen, Freundinnen und Freunden. Zurückbleiben vielleicht auch Haustiere und natürlich all die Dinge, die zu einem Menschen dazugehören: alte Möbel, der hochgeschätzte Schmuck, die oft betrachteten Bilder an der Wand, die Fotoalben der Familie, Bücher, Kleidung, Zeugnisse oder Tagebücher. Viele dieser Dinge sind mit Erinnerungen und Erzählungen verbunden.

Um dem gerecht zu werden, versucht Sandra Fritzsch-Wortmann als erstes an ein Foto von der verstorbenen Person zu gelangen. „Ich will wissen, wer dieser Mensch war, dessen letzten Wunsch ich erfülle“, sagt sie. Denn das ist ihr Beruf: den letzten Wunsch zu erfüllen und sich um den Nachlass eines Menschen zu kümmern. Fritzsch-Wortmann arbeitet in der Nachlassabteilung der Christoffel-Blindenmission, einer Hilfsorganisation, die sich weltweit für Menschen einsetzt, die blind, gehörlos, geistig- oder körperlich behindert sind.

Hilfsorganisationen als Haupterben

Immer wieder entscheiden sich Menschen dazu, dass nach dem Tod ein Teil ihres Nachlasses an eine Hilfsorganisation wie die Blindenmission gehen soll. In ihrem Testament legen sie dafür einen bestimmten Geldbetrag fest. Manchmal wird aber auch die Mission als Alleinerbin eingesetzt. Dann kümmern sich Fritzsch-Wortmann und ihre Kolleginnen um den kompletten Besitzstand. „Dafür braucht man viel Fingerspitzengefühl und Verantwortungsbewusstsein“, sagt sie.

Professionelle Nachlassverwaltung: alte Möbel in einer Wohnung

Seit elf Jahren macht sie diese Arbeit bereits und wird dabei immer wieder mit Schicksalen konfrontiert, die ihr nahegehen. Gleich ihr erster war so ein Fall: Eine alte Dame, die ihr Haus vermacht hatte. Je länger sich Fritzsch-Wortmann mit der Verstorbenen beschäftigte, desto deutlicher wurde, dass sie in den letzten Jahren nach dem Tod ihres Mannes sehr einsam gewesen sein muss. „Das hat mich sehr bewegt.“

Individuelle Wünsche berücksichtigen

Angemessen vorzugehen, das sei sehr wichtig bei ihrer Arbeit. „Wir schauen uns jedes Leben und jedes Erbe individuell an“, sagt sie. Gibt es irgendwo einen Vermerk, dass Angehörige oder Bekannte sich diesen oder jenen Gegenstand mitnehmen dürfen? Dieser Wunsch müsse natürlich erfüllt werden. Finden Fritzsch-Wortmann und ihre Kolleginnen Fotoalben oder andere sehr persönliche Dinge, erkundigen sie sich bei den Verwandten, ob sie diese behalten wollen.

Immobilien werden von seriösen Maklerinnen verkauft, wertvolle Gegenstände über ein Auktionshaus versteigert. Vorsichtig werden diese dann eingepackt und abtransportiert. „Es wird niemals passieren, dass ein Container im Garten steht und die Sachen einfach aus dem Fenster geworfen werden“, versichert Fritzsch-Wortmann. Im Gegenteil. Gibt es Bücher oder Kleidungsstücke, die sich nicht mehr verkaufen lassen, versucht sie, diese an soziale Organisationen im Viertel weiterzugeben.

Und schließlich kommt eine auf Haushaltsauflösungen spezialisierte Firma, die die Wohnung mit Bedacht ausräumt. Dabei kommen alle persönlichen Dokumente in einen verschließbaren Behälter, um sie anschließend datensicher zu vernichten.

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Profis in der Wohnung

Angemessen heißt aber auch, dass Fritzsch-Wortmann nicht wertet, was sie sieht. „Ich bin Profi. Das bedeutet, dass ich eine Wohnung neutral betrachte.“ Etwa wenn es unaufgeräumt ist, weil der Tod plötzlich eintrat. Oder wenn es Dinge gibt, die sehr persönlich sind. Es stehe ihr nicht zu, sich darüber ein Urteil zu bilden, meint sie.

Ist die Blindenmission Haupterbin, kümmert sich Fritzsch-Wortmann auch um das bürokratische und kündigt die verschiedenen Verträge, die die oder der Verstorbene abgeschlossen hatte. „Bei der Post beantragen wir einen Nachsendeauftrag, so dass alles an unsere Adresse geht. Wenn der- oder diejenige Geburtstag gehabt hätte, trudeln häufig noch Briefe oder Postkarten von fernen Bekannten ein, die von dem Tod noch nichts mitbekommen haben. Diese beantworten wir natürlich.“

Hilfsorganisationen als Erben kümmern sich auch um Haustiere.

Was geschieht mit den Haustieren?

Bei der Tierschutz-Organisation „Vier Pfoten“ ist die Nachlassabteilung häufig mit der Frage beschäftigt, was mit den hinterbliebenen Haustieren passieren soll. „Wir versuchen, die Hunde oder Katzen an Freunde, Nachbarinnen oder Angehörige des Verstorbenen zu vermitteln, die sich gut um diese kümmern können“, sagt Katharina Holzhausen. Viele Erblasserinnen und Erblasser haben ganz konkrete Wünsche, die zu erfüllen sind. Einmal gehörte beispielsweise ein Pferd zum Nachlass, das gut untergebracht werden sollte. „Wir vermittelten das Tier an einen Gnadenhof, entrichteten die Beiträge und ließen uns Fotos und einen jährlichen Gesundheitsbericht schicken. So konnte das Pferd einen ruhigen Lebensabend verbringen.“

Allerdings gibt es auch Wünsche, die eine Hilfsorganisation nicht erfüllen kann. „In einem Fall hatte eine Dame ihre Tiere auf einem Grundstück in Frankreich untergebracht“, erzählt Holzhausen. Diese Unterbringung vor Ort sollte fortbestehen, so der Wunsch. Für die Organisation wäre es allerdings nicht zu leisten gewesen, die Tiere im Ausland zu betreuen. Sie musste das Erbe ablehnen. „Das ist uns lieber und ehrlicher als den Nachlass erst anzutreten und dann zu sagen, dass das so nicht geht“, sagt Holzhausen.

Wer mit dem eigenen Nachlass etwas Gutes tun möchte, sollte deshalb rechtzeitig mit der gewünschten Hilfsorganisation in Kontakt treten. Je konkreter die Wünsche, desto wichtiger ist das persönliche Gespräch. Nur so können die Nachlassabteilungen diese auch richtig umsetzen: persönlich und angemessen.

TEXT: Karl Grünberg
FOTOS: Jamie Grill Atlas / Stocksy, Jodie Johnson / Stocksy, SujinKim / Shutterstock

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Nothilfe für die Ukraine

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