Prinzip Apfelbaum - Magazin über das, was bleibt

No. 3 – ABSCHIED

Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Ausgabe 3: Abschied. Schwarzweiß-Bild zeigt die Rückansicht eines älteren Mannes, der auf den Klippen hoch über dem Meer steht und einer abfahrenden Fähre nachwinkt. England, Lundy Island, 2005. Abschiede begleiten uns von klein auf. Doch das Loslassen müssen wir lebenslang lernen. Foto: Stuart Franklin / Magnum Photos / Agentur Focus
© Stuart Franklin / Magnum Photos / Agentur Focus

Editorial

Auseinanderzugehen und Abschied zu nehmen, das fällt uns fast immer schwer. Evolutionspsychologen meinen gar, es käme einem psychischen Erdbeben gleich, sich von wichtigen Dingen, aber vor allem von wichtigen Menschen zu trennen. Und tatsächlich ist der Mensch für Abschiede schlecht gerüstet. Wir sind Klammeraffen, vom ersten Tag an. Unser Gehirn sucht und festigt Bindungen. Auf Trennungen reagiert es ebenso heftig wie auf körperliche Verletzungen: mit Schmerz. Denn eigentlich wollen wir verbunden bleiben.

Und doch, Abschiede begleiten uns von klein auf. Zu jedem Zeitpunkt des Lebens müssen wir uns trennen: Am ersten Kindergartentag, an dem uns die Mama verlässt. Am Ende der ersten Liebe, einer beruflichen Station, eines Ortswechsels. Und am Ende eines Lebens. Das ist sicher der schwierigste Abschied, den wir erleiden und erleben. Loslassen, das müssen wir mühsam lernen, lebenslang.

Das Thema Abschied steht deshalb im Mittelpunkt dieser Ausgabe unseres Magazins. Helfen kann uns dabei die bewusste Auseinandersetzung, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie wir gehen wollen, anderen nah sein und über das Ende zu reden. So erschütternd die psychischen Erdbeben des Abschieds auch sein können, oft fördern sie einen Schatz zutage, den wir erst entdecken, wenn die schlimmste Zeit der Trauer überwunden ist: Wir erkennen noch einmal neu, was wir an einem Menschen wirklich schätzten und liebten. Und dieses Erkennen tröstet und hilft uns.

Susanne Anger

Sprecherin der Initiative
"Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum"

Impulse

Den Abschied leben lernen

Henning Scherf engagiert sich seit langem für alte Menschen und begleitet Sterbende auf ihrem letzten Weg. Der frühere Bremer Bürgermeister wirbt für einen bewussten Umgang mit dem Lebensende. Sein Rat: Lasst euch ein auf den Abschied! Und das nicht erst am Lebensende.

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Abschied leben lernen: Federn, Symbolbild: Sterben, Loslassen, Abschied nehmen. Henning Scherf begleitet Sterbende. In „Das letzte Tabu“ rat er: Über das Sterben reden und den Abschied gemeinsam leben. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt.

Menschen

Erinnern und
vom Leben erzählen

David Ensikat ist Nachrufeschreiber beim Berliner Tagesspiegel. In seinen Texten würdigt er das Leben ganz normaler Menschen und führt dazu lange Gespräche mit Angehörigen und Freunden. Das Erinnern und Erzählen helfe bei der Trauerarbeit, sagt er. Ein Gespräch über den Umgang mit Tod, Trauer und Erinnerungen.

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Erinnern und vom Leben erzählen: Schatten winkender Menschen auf einer weißen Reling, dahinter Umrisse eines Kreuzfahrtschiffes. Symbolbild für den Nachruf. Das Erinnern und Erzählen hilft Trauernden beim Abschiednehmen. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: mylove4art via Twenty20

Wissenswertes

Trauern, wie wir es wollen

Ein Eichensarg, der Pfarrer spricht, jeder wirft noch eine Blume ins Grab und schon ist die Beerdigung vorbei. Üblicherweise. Doch immer mehr Menschen wollen anders, auf ganz persönliche Weise, Abschied nehmen. Woher aber wissen, was erlaubt ist und was für einen selbst richtig? Alternative Bestatter helfen dabei, passende Rituale zu entwickeln.

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Trauern, wie wir es wollen: Welke Blumen in einem grünen Container. Symbolbild: Immer mehr Menschen fühlen sich mit üblichen Bestattungsritualen nicht mehr wohl. Alternative Bestatter helfen, individuelle Rituale zu entwickeln. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: designritter/photocase

Unsere Lieblinge

Lesetipp

Lesetipp: Cover des Buches

Ein bewegendes Buch über das Ende des Lebens, über Freundschaft und Einsamkeit: Johannes Wenger, 83, alleinstehend, Architekt, ist nach einem Sturz auf Pflege angewiesen. Das kratzt an seinem Selbstbild und macht den Alltag beschwerlich. Sein Freund und Hausarzt Dr. Mailänder versucht, dem grantigen Alten das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Sogar in den Urlaub mit der Familie lädt er ihn ein. Dabei bringt vor allem die sechsjährige Katharina etwas in „Opa Hannes“ zum Klingen. Mit viel Gefühl, Komik und Melancholie nimmt Peter Härtling seine Leser mit in die Mühsal des Alters und macht zugleich deutlich, welch großes Glückspotenzial auch diese Lebensphase besitzt. Dem Tod kann man nicht entgehen. Aber man kann sich aus der eigenen Geschichte mit einem Lächeln verabschieden.

Peter Härtling: „Der Gedankenspieler“. Roman.
Kiepenheuer&Witsch, Köln 2018. 240 Seiten, 20,00 Euro

Das Zitat

Prinzip Apfelbaum - Magazin über das, was bleibt. Ausgabe: Abschied - Zitat: Schwarzweiß-Porträt der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. Foto: Piper Verlag
© Piper Verlag
Wenn dein Schiff fährt, wird es fahren. Wenn ich winken muss, werde ich winken. Wenn ich dich zum letzten Mal küssen darf, werde ich es so tun, rasch, auf die Wange.

Ingeborg Bachmann: Der gute Gott von Manhattan

Aus: Werke, Bd.1. © 1978 Piper Verlag GmbH, München

100.000

Die Zahl

Zuhören, eine Hand halten, einen letzten Wunsch erfüllen, da sein bis zum Schluss. Mehr als 100.000 Menschen begleiten Schwerkranke und Sterbende hierzulande auf ihrem letzten Weg. Ihre Zahl wächst, laut Deutschem Hospiz- und PalliativVerband, stetig. Für die in den 1980er Jahren in Deutschland aufgekommene Hospizbewegung sind Ehrenamtliche unerlässlich. Ihr Ziel: Das Sterben zurück ins Leben holen. Raus aus den Krankenhäusern. Denn jeder hat einen würdevollen Abschied verdient.

Berühmte Testamente: Profilbild von Johann Christian Senckenberg, darüber der Spruch „Helfer der Menschheit“, rot-weiße Briefmarke der Deutschen Bundespost von 1953. Der Arzt setzte sein Vermögen für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Stadt Frankfurt ein. Sein Erbe für den guten Zweck legte u.a. den Grundstein der späteren Universität. In Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt.

Berühmte Vermächtnisse

Johann Christian Senckenberg

Wie schlecht es seinerzeit um das medizinische Wissen und die Behandlung von Kranken stand, wusste der Frankfurter Arzt Johann Christian Senckenberg nur zu gut. Drei Ehefrauen und auch seine beiden Kinder starben früh. Fortan kannte der fromme und rechtschaffende Senckenberg nur ein Ziel: Mit seinem Vermögen wollte er das Gesundheitswesen der Stadt verbessern und „der Wissenschaft einen Tempel“ bauen – einzigartig in einer Zeit, in der sich Stiftungen vor allem auf soziale Zwecke beschränkten. Im August 1763, 17 Jahren nach der ersten Idee, wurde die Dr. Senckenbergische Stiftung schließlich errichtet. Sie schenkte der Stadt Frankfurt nicht nur das erste Bürgerhospital. Die erste Pathologie, der Heilpflanzengarten und die Bibliothek waren die Grundsteine für die spätere Universität. Übrigens: Auch seinen Abschied hatte Senckenberg genau geregelt. Auf seiner eigens verfassten Grabinschrift heißt es: „Lerne zu sterben während du lebst: So hast du durch den Tod das Leben erworben.“

Schon gewusst?

Ein Erbe ausschlagen

Eine Erbschaft mag verlockend klingen. Doch nicht immer verspricht sie etwas Gutes. Denn wer erbt, kann sich nicht nur über Geld, Haus oder Schmuck freuen. Als Rechtsnachfolger des Erblassers übernehmen Erben auch alle Verbindlichkeiten. Für mögliche Schulden haften sie persönlich mit ihrem gesamten Vermögen und nicht allein mit dem Wert des Nachlasses. Annehmen oder ausschlagen sollte deshalb gut überlegt sein. Sechs Wochen räumt der Gesetzgeber jedem dafür ein. Wird die Erbschaft innerhalb dieser Frist beim Nachlassgericht nicht abgelehnt, gilt sie als angetreten. Die Zeit sollte man gut nutzen und sich einen Überblick über die Höhe des Nachlasses und die Nachlassverbindlichkeiten verschaffen. Achtung! Rosinenpicken geht leider nicht. Ausschlagen kann man ein Erbe nur komplett. Wer also unliebsamen Überraschungen vorbeugen möchte, setzt besser von Beginn auf rechtliche Beratung.

Michael Beuger, Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE

Ratgeber

Ruhe unter Bäumen: Ein Pfarrer leitet eine Trauergemeinde durch den FriedWald. Immer mehr Menschen möchten inmitten der Natur bestattet werden. FriedWald, RuheForst sind zwei Anbieter. Was es zu beachten gibt steht in diesem Ratgeber. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: FriedWald

Ruhe unter Bäumen: Der Wald als Grabpfleger

Das Reihengrab auf dem Friedhof bekommt Konkurrenz. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, in der Natur bestattet zu werden. Sie bevorzugen Wälder und Bäume als letzte Ruhestätte. Welche naturnahen Bestattungsarten gibt es und was ist bei Beisetzung und Grabpflege zu beachten? Eine Übersicht.

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Ruhe unter Bäumen: Ein Pfarrer leitet eine Trauergemeinde durch den FriedWald. Immer mehr Menschen möchten inmitten der Natur bestattet werden. FriedWald, RuheForst sind zwei Anbieter. Was es zu beachten gibt steht in diesem Ratgeber. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: FriedWald
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Ruhe unter Bäumen: Der Wald als Grabpfleger

Das Reihengrab auf dem Friedhof bekommt Konkurrenz. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, in der Natur bestattet zu werden. Sie bevorzugen Wälder und Bäume als letzte Ruhestätte. Welche naturnahen Bestattungsarten gibt es und was ist bei Beisetzung und Grabpflege zu beachten? Eine Übersicht.

Hanne Haustein liebt die Natur. Die Vorstellung, nach ihrem Tod unter einer Baumwurzel zu liegen, umgeben von zwitschernden Vögeln, raschelnden Blättern und moosig duftender Waldluft, findet sie ganz wunderbar. Deshalb hat sich die 79-Jährige im Bestattungswald ihres pfälzischen Wohnortes bereits einen Baum ausgesucht. „Es gibt ein großes Interesse, seitdem die Gemeinde den FriedWald eingerichtet hat“, erzählt Hanne Haustein.

Ruhe unter Bäumen: Alter Baum in einem Friedwald, eine rote Schleife um den Stamm kennzeichnet ein freies Grab. Der Baum als Grabstätte und Tröster in einem FriedWald wird immer beliebter. Was es zu beachten gibt steht in diesem Ratgeber. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: FriedWald

Individualität löst Traditionen auf

In den letzten Jahren hat sich die Bestattungskultur erheblich gewandelt. Die Nachfrage nach Alternativen zum klassischen Friedhof ist deutlich gestiegen. Laut einer aktuellen EMNID-Umfrage kann sich bereits jeder Dritte vorstellen, an einem anderen Ort bestattet zu werden, 2010 war es nur jeder vierte. Woran liegt das?

„Traditionen verändern sich, das Leben wird pluraler und die Lebensentwürfe verschiedener. Die Individualität spiegelt sich dann auch bei der Bestattung wider“, erklärt Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Aeternitas diese Entwicklung. Früher war klar: Wer stirbt, kommt auf den Friedhof, ob im Sarg oder in einer Urne. Heute drückt sich ein individuell geführtes Leben auch in dem Wunsch nach einer Bestattung aus, die dem eigenen Charakter und Vorstellungen entspricht.

Die Natur als Erinnerungsort

Pragmatische Gründe können ebenfalls eine Rolle spielen. So ist es bei Hanne Haustein. „Meine Familie wohnt weit auseinander“, sagt sie, „ein Grab zu pflegen, ist schwierig und das entfällt bei der Baumbestattung.“ Dies übernimmt dann die Natur. Der Wald könne ein Ort des Denkens und der Erinnerung sein, für die Pfälzerin aber findet letztlich „die Erinnerung an einen lieben Menschen innerlich statt und ist nicht ortsgebunden“.

Ruhe unter Bäumen: Baum in einem Friedwald, eine gelbe Schleife um den Stamm kennzeichnet ein freies Grab. Die Natur ist tröstender Erinnerungsort und Grabpfleger zu gleich. Was es bei Naturbestattungen zu beachten gibt steht in diesem Ratgeber. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: FriedWald

In Deutschland gilt die Friedhofspflicht

Die Naturbestattung ist eine allgemeine Bezeichnung für verschiedene Bestattungsarten in der freien Natur. Dazu zählen zum Beispiel die Seebestattung und die Wald- bzw. Baumbestattung. Anders als etwa in der Schweiz, wo der gesetzliche Rahmen lockerer ist, ist es in Deutschland nicht möglich, die Asche auch an Gebirgsbächen, an Felsen oder auf Waldflächen zu verstreuen. Hierzulande gilt die gesetzlich festgelegte Friedhofspflicht. Demnach dürfen Angehörige die Urne auch nicht mit nach Hause nehmen oder im eigenen Garten beisetzen. Mit einer Ausnahme: Seit dem 1. Januar 2015 darf im Bundesland Bremen die Asche unter bestimmten Voraussetzungen auf privaten Grundstücken und ausgewiesenen öffentlichen Flächen verstreut werden.

Umweltverträglich Abschied nehmen

Der Umweltgedanke spielt bei der Entscheidung für eine Naturbestattung bei den meisten Menschen noch keine große Rolle. Von 200 Familien, die zum Beispiel der Berliner Bestatter Eric Wrede im Jahr begleitet „sind nur etwa für zwei Prozent bei der Bestattungsform ökologische Aspekte ausschlaggebend“. Erst im zweiten Schritt rücken Fragen nach umweltverträglichen Materialien bei Särgen und Urnen in den Vordergrund, die bei Eric Wrede komplett ohne unnötige Metalle, Lacke und Kleber zu haben sind. Auch bei der Dekoration könne man neue Wege gehen und beispielsweise das Geld für den vergänglichen Blumenschmuck lieber für einen guten Zweck spenden, was immer populärer wird.

Eine Bestattung im Wald oder an befriedeten Bäumen ist im FriedWald und im RuheForst möglich, für die ein Teil eines klassischen Waldgebietes in einen Bestattungswald umgewidmet wurde. Im RuheForst finden sich neben Bäumen als letzte Ruhestätte auch so genannte RuheBiotope. Dies können andere Naturdenkmäler wie Sträucher, Steine oder Findlinge sein, um die herum Urnen beigesetzt werden können. Zunehmend gibt es auch Baumgrabstätten auf klassischen Friedhöfen, insbesondere auf städtischen Waldfriedhöfen.

Friedwald, Ruheforst oder Friedhof?

Die Bezeichnungen FriedWald und RuheForst sind eingetragene Marken, die für das Konzept der Waldbestattung stehen. Inzwischen gibt es FriedWald-Standorte und RuheForst-Wälder in ganz Deutschland. Auch zahlreiche Friedhöfe bieten Naturbestattung an. Wenn Sie nach einer Möglichkeit in Ihrer Nähe suchen, finden Sie auf der Website der Verbraucherinitiative Aeternitas eine Übersicht.

Kosten abhängig von der Wahl der Grabstelle

Die größten Kostenunterschiede bei der Bestattung unter Bäumen entstehen durch die Wahl der Grabstelle. Bäume an einer Lichtung, in der Nähe eines Weges oder ein sehr alter Baum sind vergleichsweise teuer. Zudem gibt es die Wahl zwischen einem Basisplatz, einem Gemeinschafts-, Familien- oder Partnerbaum. Die günstigste Möglichkeit ist die Beisetzung an einem Gemeinschaftsbaum. Je nach Anbieter fangen die Kosten dieser Grabstelle bei etwa 800 Euro an, zuzüglich der Beisetzungsgebühren. Im Vergleich dazu kostet ein Familienbaum mit bis zu zehn Grabstellen mehrere Tausend Euro.

Voraussetzung ist die Einäscherung

Um das Waldgebiet nicht zu belasten, ruht die Asche Verstorbener im FriedWald und RuheForst in biologisch abbaubaren Urnen an den Wurzeln von Bäumen. Eine Einäscherung ist demnach eine Voraussetzung. Eine stille Beisetzung ist genauso möglich wie eine klassische Ansprache mit Gebeten durch einen Pfarrer oder Trauerredner.

Den Abschied planen

Um sicherzugehen, dass nach Ihrem Tod in Ihrem Sinne gehandelt wird, können Sie zu Lebzeiten eine notariell beglaubigte Bestattungsverfügung erstellen. Lesen Sie hier, was Sie bei der Bestattungsvorsorge beachten sollten.

Die Grabpflege übernimmt die Natur

Die Natur soll bei einer Waldbestattung möglichst unberührt bleiben. Das bedeutet aber auch, dass eine Gestaltung der Grabstätte durch Blumen, Grabstein und Grabschmuck im Vergleich zum Friedhof nicht möglich ist. Die Kennzeichnung der Grabstätten erfolgt üblicherweise durch eine kleine Plakette am Baum. Wie bei konventionellen Friedhöfen wird eine Ruhezeit von 20 Jahren gewährt. Eine Umbettung erfolgt normalerweise nur im Falle von Sturm- oder anderweitigen Schäden am Baum, etwa wenn die Urne bei einer Entwurzelung freigelegt wird.

Der Wandel in der Bestattungskultur treibt bisweilen skurrile Blüten: In der Schweiz oder in der Niederlande kann man seine Asche zum Beispiel zu einem hochkarätigen Diamanten verarbeiten lassen. Und in Großbritannien ist es möglich, nach der Einäscherung die Familie als gepresste Schallplatte musikalisch zu erfreuen. Wer es also ganz anders wünscht, muss seine Asche ins Ausland überführen lassen.

TEXT: Anja Karrasch
FOTOS: FriedWald, Thomas Gasparini/FriedWald

Langer Abschied: Nahaufnahme einer alten Hand, die eine jüngere hält. Symbolbild: Sei es Demenz, Schlaganfall oder ALS, die unheilbare Krankheit eines nahen Menschen bringt Angehörige an ihre Grenzen. Wie nimmt man Abschied, wenn man vielleicht noch Jahre miteinander verbringt? Tipps für Angehörige. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Rike./Photocase

Langsamer Abschied: Das können Angehörige tun

Sei es Demenz, Schlaganfall oder ALS: Die unheilbare Krankheit eines nahen Menschen bringt Angehörige an ihre Grenzen. Neben der Belastung der Pflege erleben sie, wie sich der geliebte Mensch immer mehr verändert. Wie nimmt man Abschied, wenn man vielleicht noch Jahre miteinander verbringt? Tipps für Angehörige.

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Langer Abschied: Nahaufnahme einer alten Hand, die eine jüngere hält. Symbolbild: Sei es Demenz, Schlaganfall oder ALS, die unheilbare Krankheit eines nahen Menschen bringt Angehörige an ihre Grenzen. Wie nimmt man Abschied, wenn man vielleicht noch Jahre miteinander verbringt? Tipps für Angehörige. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Rike./Photocase
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Langsamer Abschied: Das können Angehörige tun

Sei es Demenz, Schlaganfall oder ALS: Die unheilbare Krankheit eines nahen Menschen bringt Angehörige an ihre Grenzen. Neben der Belastung der Pflege erleben sie, wie sich der geliebte Mensch immer mehr verändert. Wie nimmt man Abschied, wenn man vielleicht noch Jahre miteinander verbringt? Tipps für Angehörige.

Das Schicksal trifft Nina Zacher aus heiterem Himmel. Mit Anfang 40 wird bei ihr ALS diagnostiziert. Die tödliche Nervenkrankheit lässt den Körper langsam zerfallen, der Geist aber bleibt hellwach. Vier Jahre dauert Nina Zachers Kampf; die Mutter von vier Kindern machte ihn öffentlich. Mithilfe ihrer letzten Aufzeichnungen hat ihr Mann Karl-Heinz Zacher nun ein Buch veröffentlicht. „Such dir einen schönen Stern am Himmel“ erzählt nicht allein über das Leben, das Leiden und Sterben. Es erzählt auch von vielen, kleinen Abschieden – und richtet damit unweigerlich einen Blick auf die Angehörigen Schwerkranker. Denn die Geschichte von Nina und Karl-Heinz Zacher ist keine Ausnahme.

Besonders Angehörige von Demenzkranken übernehmen oft jahrelang die Betreuung einer geliebten Person, die physisch zwar präsent, psychisch aber abwesend ist. „Das ist es ein Abschied auf Raten“, sagt die Psycho-Gerontologin Sabine Tschainer, Inhaberin des Instituts aufschwungalt, das unter anderem Fachberatungen für soziale Dienstleister anbietet und Praxisprojekte und Konzepte in der Alten- und Gesundheitshilfe entwickelt.

Langer Abschied: langer Schatten einer alten Frau mit einem Rollator und einer jüngeren Person am linken Bildrand. Symbolbild: Eine lange, aber unheilbare Krankheit eines nahen Menschen bringt Angehörige an Grenzen. Wie nimmt man Abschied, wenn man vielleicht noch Jahre miteinander verbringt? Tipps für Angehörige. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: zettberlin/Photocase

Immer wieder Abschied nehmen

Der Trauerprozess setzt für Angehörige Demenzkranker weit vor dem Tod ein. Immer dann, wenn die vertraute Person des Vaters, der Mutter oder der Ehefrau Stück für Stück entschwindet. „Angehörige können sich auf nichts einstellen. Immer wenn sie den Verlust einer Fähigkeit oder ein Verhalten angenommen haben, taucht schon wieder das nächste Problem auf“, erklärt Demenzspezialistin Tschainer.

Zum Weiterlesen

Pauline Boss: Da und doch so fern. Vom liebevollen Umgang mit Demenzkranken. – Die amerikanische Psychotherapeutin Pauline Boss zeigt Wege auf, wie Angehörige das Leben mit Demenzkranken akzeptieren können. Sie widmet sich vor allem den Themen „Abschiednehmen“ und „Beziehung“. Erschienen bei Rüffer & Rub.

Lernen, in jeder Phase Abschied zu nehmen

Diese Erfahrung machte auch die Berlinerin Ingrid Fuhrmann, Mitgründerin der Berliner und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. In jüngeren Jahren begleitete sie ihre demenzkranke Mutter, jetzt ihren an Alzheimer erkrankten Ehemann. „Es ist eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Es gibt schöne Momente wie zum Beispiel bei meinem letzten Besuch, als mein Mann wie früher eine Stunde lang einen Artikel im Spiegel gelesen hat. Ein anderes Mal bin ich sehr verletzt, wenn er sich mir gegenüber aggressiv verhalten hat“, sagt Fuhrmann. Sie war sowohl bei ihrer Mutter als auch bei ihrem Mann eher erleichtert, als sie die Diagnosen erfuhr. Denn endlich hatte sie Klarheit. Und sie konnte sich besser für die kommenden Jahre wappnen. Angehörige wie Ingrid Fuhrmann müssen lernen, bei jeder Demenzphase emotional erneut Abschied zu nehmen.

Rituale entwickeln

Sind Schwerkranke geistig nicht beeinträchtigt, haben es Angehörige leichter – zumindest auf den ersten Blick. Wer der Scheu überwindet, kann über das Sterben sprechen, unerledigte Probleme klären, sich aussöhnen, gemeinsam trauern und so bewusst Abschied nehmen. „Hier hilft es sehr, sich Rituale zu schaffen, solange es noch möglich ist. Man kann zum Beispiel einmal in der Woche gemeinsam Musik hören oder ein Lieblingsbuch lesen“, empfiehlt Psycho-Gerontologin Tschainer. Auch eine so genannte „Freude-Biografie“ kann ein schönes Ritual sein. Hier erinnern sich Kranke und Angehörige gemeinsam an freudige und schwere Momente, die sie zusammen gut bewältigen konnten. Dazu kleben sie passende Fotos in ein Notizbuch oder schreiben einige kurze Sätze hinein. Zum bewussten Abschied gehört auch, formale Dinge zu regeln: wie über den Ort des Sterbens, welche Beerdigung es sein soll und ob es ein Testament gibt.

Das A und O: Entlastung bei der Pflege

Egal ob ALS, Demenz, Schlaganfall – beim Abschiednehmen hilft Angehörigen das, was immer bei der Pflege gilt: sich Entlastung verschaffen und andere Leute zur Hilfe zu holen. Ansonsten wird die Pflege zum einzigen Inhalt im Leben und frisst den Pflegenden irgendwann buchstäblich auf. Das heißt auch: einmal in der Woche frei haben, einmal im Jahr für mindestens zwei Wochen in den Urlaub fahren und in der „Freizeit“ körperlich und seelisch entspannen, um wieder Kraft für den Alltag zu schöpfen. So gewinnt man Distanz und wird fähig, sich über die eigenen Gefühle klar zu werden und sie zu reflektieren.

Die wichtigsten Tipps

  • Vermeiden Sie es allein zu sein. Suchen Sie das Gespräch mit Freunden, Verwandten, Psychotherapeuten, Seelsorger, Angehörigengruppen.
  • Verzeihen Sie sich Fehler und seien Sie barmherzig mit sich selbst.
  • Planen Sie den Tagesablauf.
  • Suchen Sie sich Entlastung bei der Pflege.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft unterstützt Angehörige demenzkranker Menschen mit vielfältigen Angeboten. Schlaganfall-Patentien und deren Familien finden bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe Informationen und Rat.

Sich mit anderen austauschen

Der Mann von Ingrid Fuhrmann lebte zunächst noch bei ihr zu Hause, bis es nicht mehr ging. Jetzt besucht sie ihn täglich im Pflegeheim. „Mir helfen die Gespräche mit engen Freunden und mit meinen Kindern. Ich brauche eine ruhige Zeit für mich morgens und abends, um Zeitung zu lesen und Musik zu hören“, erzählt sie. „Sehr empfehlen kann ich Angehörigengruppen. Dort kann man über alles sprechen, was man sich sonst vielleicht nicht zu sagen traut“.

Lesetipp

Nina Zacher und Karl-Heinz Zacher: Such dir einen schönen Stern am Himmel. – Die Geschichte eines Abschieds ist das berührende Vermächtnis einer Frau, die mit Anfang 40 aus heiterem Himmel unheilbar an ALS erkrankt. Erschienen bei FISCHER Taschenbuch.

TEXT: Angelika S. Friedl
FOTOS: Rike./Photocase, zettberlin/Photocase

Bestattungsvorsorge: Nahaufnahme einer grünen-goldenen Trauerschleife auf Nadelzweigen. Symbolbild: Viele Gründe sprechend dafür, die eigene Bestattung zu planen. Was wichtig ist und wo Kostenfallen lauern? Experten geben Rat. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Flügelwesen/Photocase

Bestattungsvorsorge: So planen Sie Ihren Abschied

Schon zu Lebzeiten die eigene Bestattung planen? Gute Gründe sprechen dafür! Wer vorsorgt, gewinnt Sicherheit und kann den Abschied nach seinen Wünschen gestalten. Auch für trauernde Angehörige ist es eine Erleichterung, wenn sie wissen, was zu tun ist. Was ist wichtig? Wo lauern Kostenfallen? Experten geben Rat.

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Bestattungsvorsorge: Nahaufnahme einer grünen-goldenen Trauerschleife auf Nadelzweigen. Symbolbild: Viele Gründe sprechend dafür, die eigene Bestattung zu planen. Was wichtig ist und wo Kostenfallen lauern? Experten geben Rat. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Flügelwesen/Photocase
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Bestattungsvorsorge: So planen Sie Ihren Abschied

Schon zu Lebzeiten die eigene Bestattung planen? Gute Gründe sprechen dafür! Wer vorsorgt, gewinnt Sicherheit und kann den Abschied nach seinen Wünschen gestalten. Auch für trauernde Angehörige ist es eine Erleichterung, wenn sie wissen, was zu tun ist. Was ist wichtig? Wo lauern Kostenfallen? Experten geben Rat.

Lange war der Tod ein Tabuthema, doch allmählich kehrt er ins Leben zurück. Zahlreiche Bücher, aber auch die ARD Themenwoche „Leben mit dem Tod“ oder die ZEIT ONLINE-Serie „Der Tod ist groß“ beenden allmählich die Zeit der Verdrängung. Aber an die eigene Beerdigung zu denken, fühlt sich für die meisten Menschen dann doch noch immer seltsam an.

„Setzen Sie sich mit dem Lebensende und der eigenen Bestattung auseinander!“, raten Experten wie Oliver Wirthmann. Der Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur e.V. und Pressesprecher des Bundesverbandes Deutscher Bestatter sagt: „Nur wenn ich gezielt vorsorge, habe ich die Sicherheit, dass mein Wille auch beachtet wird.“  Auch Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Aeternitas plädiert für eine Bestattungsvorsorge. „So werden Angehörige entlastet, die sich nicht den Kopf über meine Wünsche zerbrechen müssen“.

Weitere Gründe sprechen für die Planung und Vorsorge: Zum einen bleiben Ihre Erben nicht auf den finanziellen Kosten einer Beerdigung sitzen – schließlich ist der Tod bekanntlich nicht umsonst. Zum anderen sind Gedanken und Gespräche rund um die eigene Bestattung eine Form des Abschiednehmens. Gerade wenn der Tod nicht plötzlich und unerwartet kommt, können Sie mit Ihrer Familie und Freunden sprechen und dabei vielleicht sogar Trost erleben.

Bestattungsvorsorge: Eine Blumenvase auf einem Wohnzimmertisch. Symbolbild. Wer seine Bestattung zu Lebzeiten plant, kann seinen Abschied nach eigenen Wünsche gestalten und entlastet Angehörige. Was wichtig ist und wo Kostenfallen lauern? Experten geben Rat. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Jan Werner/Photocase

Das Gespräch mit Angehörigen suchen

Wie umfangreich und detailliert man den Abschied gestaltet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. „Geregelt werden sollte auf jeden Fall die Art der Bestattung, ob also Erd- oder Feuerbestattung, die Art der Trauerfeier und der Ort der Bestattung“, rät Oliver Wirthmann. Wem die Umwelt am Herzen liegt, kann zum Beispiel eine Bestattung mit möglichst wenig Emissionen bestimmen – anstelle einer Kapsel aus Weißblech besteht die Urne dann aus Naturfasern. Eine Feier, in der bis auf die Menüfolge alles im Detail festgelegt ist, hilft unter Umständen den Angehörigen in der Zeit der Trauer, in der sie kaum Kraft für organisatorische Dinge haben.

Andererseits sollten man seine Lieben nicht bevormunden. „Ich rate dazu, mit den Angehörigen zu sprechen, damit auch ihre Wünsche Berücksichtigung finden“, sagt Alexander Helbach. Möchte der eine zum Beispiel fröhliche Popsongs für die Trauerfeier, hätte der Freund viel lieber Musik von Bach. Ein anderer wünscht sich vielleicht eine Baumbestattung im Wald, aber die Ehefrau kann den Ort nur schwer erreichen, obwohl sie das Grab gerne besuchen würde. Wer sich vorher bespricht, findet einen Weg, mit dem alle zufrieden sein können.

Unser Tipp

Auch das entlastet Ihre Angehörigen in der Zeit der Trauer: Legen Sie für den Trauerfall wichtige Dokumente in einen Ordner. Dazu gehörigen Personalausweis, Personenstandsurkunden, Bestattungsvorsorgevertrag, Versicherungsunterlagen zu Sterbegeld-, Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen, Rentennummern, Grabdokumente falls vorhanden, Testament bzw. Erbvertrag.

Einen Vorsorgevertrag abschließen

Ihre Vorstellungen können Sie in Form einer Bestattungsverfügung schriftlich niederlegen. Möglich sind aber auch sogenannte Bestattungs-Vorsorgeverträge. Sie werden mit einem Bestatter abgeschlossen und regeln die Punkte, die zu einer Bestattung gehören. Die Beratung durch den Bestatter und der Vertrag kosten in den meisten Fällen nichts. Im Vorsorgevertrag stehen auch die Kosten der Beerdigung auf Basis eines Kostenvoranschlags des Bestatters. Das Geld zahlt man dann in einen Treuhandvertrag ein. Es wird als Treuhandvermögen – bei der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG – angelegt und verzinst. Im Todesfall erhält der Bestatter das Geld, um Beerdigung und Trauerfeier durchzuführen.

Vor- und Nachteile von Sterbegeldversicherungen

Zweckgebundene Sterbegeldversicherungen mit einer Versicherungssumme zwischen 4.000 und 10.000 Euro sind eine andere Möglichkeit finanziell vorzusorgen. Verbraucherschützer sehen sie kritisch, weil man oft mehr einzahlt, als am Ende herauskommt. Denn die Höhe des Versicherungsbeitrags richtet sich auch nach der Wahrscheinlichkeit des Ablebens. „Der Vorwurf, Sterbegeldversicherungen seien unnötig, stimmt so aber nicht“, erklärt Oliver Wirthmann. „Für Menschen bis etwa Mitte 60 ist sie durchaus sinnvoll. Schließlich hat man die Gewissheit, dass das Geld im Fall des Falles auch ausbezahlt wird“. Vor allem für Menschen mit kleinerem Einkommen ist eine Versicherung eine Alternative. Besser jedenfalls, als sein Geld aufs Sparkonto zu legen. Darauf kann nämlich das Sozialamt zugreifen, wenn das eigene Vermögen nicht mehr ausreicht, um die Pflegekosten zu zahlen. Eine Treuhandanlage oder eine zweckgebundene Sterbegeldversicherung sind dagegen vor dem Zugriff des Sozialamtes sicher, je nach Bundesland in der Höhe von 6.000 bis zu 10.000 Euro.

Kostenfallen vermeiden

Das Geld sicher anzulegen, lohnt sich also. Denn selbst eine günstige Feuerbestattung mit Beisetzung in der Urne kostet rund 3.000 Euro. „Aus einer repräsentativen Meinungsumfrage wissen wir, dass viele Menschen die Kosten einer Bestattung unterschätzen“, sagt Alexander Helbach von Aeternitas. Die Umfrage ergab, dass die Hälfte der Bundesbürger nur bis zu 4.000 Euro ausgeben möchte. Für eine Erdbestattung reicht das nicht. Sie kostet durchschnittlich 6.000 Euro, ein massiver Kiefernholzsarg schlägt mit gut 800 Euro zu Buche.

Geprüfte Bestatter

Seriöse Bestatter bieten ihren Kunden Kostenvoranschläge. Doch wie findet man einen guten Bestatter? Qualitätssiegel geben Orientierung. Der Bundesverband Deutscher Bestatter verleiht das Markenzeichen „Bestatter – vom Handwerk geprüft“. Gut 1.200 Betriebe führen es. Die Voraussetzungen: eine transparente Preisgestaltung, qualifizierte Mitarbeiter und 24 Stunden Erreichbarkeit. Ähnliche Anforderungen stellt die Verbraucherinitiative Aeternitas, die das Qualitätszeichen „Qualifizierter Bestatter“ vergibt.

Discountangebote, die mit Preisen von 999 Euro werben, sind unseriös. Auch all-inclusive Preise sollten Sie mit großer Vorsicht betrachten. „Das sind Lockvogelangebote. Viele Leistungen sind nicht im Angebot enthalten“, weiß Geschäftsführer Wirthmann vom Bundesverband Deutscher Bestatter. „Extra kostet dann zum Beispiel die Abholung im dritten Stock oder die Überführung, wenn sie aus einem anderen Stadtbezirk erfolgt“.

Bei Vergleichsportalen im Internet lauern ebenfalls Kostenfallen. In der Regel sind nämlich bei Beauftragungen Provisionen von zwölf bis 20 Prozent fällig. Wer Preise im Internet vergleicht, sollte seine Wünsche möglichst konkret angeben können. Nur so erhält man einigermaßen realistische Preise.

Zum Weiterlesen

Test „Bestattungsvorsorge“, Finanztest 02/2018 – Stiftung Warentest hat Treuhandverträge unter die Lupe genommen und bietet Formulare für die Bestattungsverfügung, einen Überblick über Bestattungsformen und Tipps für den Trauerfall. Den kompletten Artikel kann man für 2,50 Euro herunterladen: www.test.de/Bestattungsvorsorge

TEXT: Angelika S. Friedl
FOTOS: Flügelwesen/Photocase, Jan Werner/Photocase

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Das tut gut: Gruppenbild mit den tansanischen Pharmaziestudentinnen Wema Kibanga und Catherine Shirima, ausgezeichnet mit dem Gedächtnispreis aus dem Felix Wiemes-Stiftungsfonds, der unter dem Dach der action medeor-Stiftung geführt wird und der Förderung der pharmazeutischen Kompetenz in Tansania dient. action medeor ist Mitglied der Initiative

Förderpreis für Pharmazie-Nachwuchs

Weil es in Tansania an gut ausgebildetem pharmazeutischem Personal mangelt, werden Medikamente oft falsch zubereitet, gelagert oder verwendet. action medeor möchte das ändern und wird dabei vom Felix Wiemes-Stiftungsfonds, der 2013 in Gedenken an einen engagierten Menschen gegründet wurde, unterstützt. Aus dem Fonds werden jährlich Studierende der School of Pharmacy in Dar es Salaam ausgezeichnet. Der Förderpreis trägt dazu bei, die pharmazeutische Kompetenz in Tansania voranzubringen und der Abwanderung von Fachkräften entgegenzuwirken.

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Das tut gut: Eine Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen zeigt Passanten auf einem Marktplatz, wie Nothilfe funktioniert. Die Ausstellung „Im Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen“ ist in vielen deutschen Städten zu sehen. Ärzte ohne Grenzen ist Mitglied der Initiative

Weltweite Nothilfe erleben

Naturkatastrophen, Kriege, Hungersnöte. Und mitten drin Nothelfer, die versuchen, die Opfer zu versorgen. Doch was erleben diejenigen, die erste Hilfe leisten? Was brauchen sie, um in extremen Situationen Leben zu retten? Ärzte ohne Grenzen erlaubt nun einen Blick hinter die Kulissen dieser herausfordernden Arbeit. In der Wanderausstellung „Im Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen“ erfahren Besucher aus erster Hand, wie humanitäre Hilfseinsätze ablaufen, und worauf es dabei ankommt. Demnächst auch in Ihrer Nähe.

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Das tut gut: Eine SOS-Mutter umarmt drei Kinder. Mitten im Krieg finden die Kriegswaisen im SOS-Kinderdorf bei Damaskus ein neues Zuhause. SOS Kinderdörfer weltweit ist Mitglied der Initiative

Ein Zuhause für Kriegswaisen

Ein kleines Wunder mitten im Krieg: Im neuen SOS-Kinderdorf bei Damaskus haben 80 syrische Kriegswaisen ihr neues Zuhause bezogen. Ihre Eltern sind tot oder verschollen. Sie haben entsetzliches Leid erfahren. Und der Krieg dauert weiter an. Im SOS-Kinderdorf finden die Mädchen und Jungen Schutz, therapeutische Behandlung und eine Ersatzfamilie. SOS-Mütter kümmern sich liebevoll um sie und helfen ihnen, Sicherheit und Vertrauen wiederzugewinnen. So schenken die SOS-Kinderdörfer weltweit Kindern, die alles verloren haben, neuen Lebensmut.

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