Prinzip Apfelbaum - Magazin über das, was bleibt

No. 8 – ERINNERUNG

Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Ausgabe 8: ERINNERUNG. Kanada, Ontario, 1996. Der zweijährige Isaac Towell wird von seiner älteren Schwester Naomi vorsichtig in den Sydenham River getragen, um ihn das erste Mal mit dem Wasser in Berührung zu bringen. Foto: Larry Towell / Magnum Photos / Agentur Focus
© Larry Towell / Magnum Photos / Agentur Focus

Editorial

Ein Leben ohne Erinnerungen? Eine furchtbare Vorstellung. Sind sie doch das Koordinatensystem unserer Persönlichkeit. In Erinnerung bleibt, was emotional berührt. Am stärksten sind wohl die kleinen und großen Höhen und Tiefen unseres Lebens in uns verankert: das Kribbeln der ersten großen Liebe, der Stolz, als unsere Kleine schwimmen konnte, der Schmerz, als Mutter starb.

Unser Gehirn ist ein gigantischer Speicher. Manchmal braucht es nur einen flüchtigen Impuls, eine Melodie, einen Geruch, ein Foto, um ein lange zurückliegendes Ereignis in das Jetzt zurückzuholen. Dabei sind Erinnerungen immer Interpretationen des Erlebten und sie verändern sich jedes Mal, wenn wir sie aus dem Gedächtnis abrufen. Aktuelle Stimmungen stärken oder schwächen unsere Empfindungen, manche Details werden stärker, andere verblassen.

Erinnerungen sind Brücken in die Vergangenheit. Sie enthalten aber auch Botschaften für das Heute und das Morgen. Erinnerungen helfen uns zu verstehen, wie wir wurden, was wir heute sind. Ohne sie können wir uns keine Zukunft vorstellen. Sie weiterzugeben, kann uns und anderen hilfreich sein. Nicht zuletzt ist das Erinnern eine Frage des Ausbalancierens von Festhalten und Loslassen. Was war? Was ist? Was bleibt? Das fragen wir uns deshalb in der neuestens Ausgabe unseres Magazins.

Susanne Anger

Sprecherin der Initiative
„Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum"

Menschen

Ein Puzzle aus Erinnerungen

Frauke von Troschke ist die Hüterin des Grals deutscher Erinnerungen. 1998 gründete sie in Emmendingen das Deutsche Tagebucharchiv. Die ständig wachsende Sammlung umfasst inzwischen über 20.500 Dokumente. Sie geben Einblicke in die Erfahrungen der Menschen aus den vergangenen 200 Jahren. Doch die Tagebücher sind mehr als nur persönliche Notizen. Sie helfen, das Leben zu verstehen.

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Ein Puzzle aus Erinnerung: Buchrücken von Tagebüchern des Deutschen Tagebucharchivs. Tagebücher sind mehr als nur persönliche Notizen. Sie helfen, das Leben zu verstehen. Ein Gespräch mit Frauke von Troschke. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Gerhard Seitz / Deutsches Tagebucharchiv

Impulse

Erzähl doch mal!

Viele Menschen möchten ihre Erfahrungen an Kinder, Enkel oder an die nächste Generation weitergeben. Oft fragen aber auch die Jüngeren die Älteren: Wie war das damals? Warum hast du dich so und nicht anders entschieden? Gelebte Erinnerungen sind ein großer Schatz. Sie können bereichernd sein, oder lustig, manchmal auch traurig. Eine Anregung zum Dialog.

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Erzähl mal: Eine junge Frau hält die Hand am Ohr, um besser zu hören. Viele Menschen möchten ihre Erfahrungen weitergeben, oft fragen auch die Jüngeren die Älteren. Gelebte Erinnerungen sind ein Schatz. Eine Anregung zum Dialog. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Him_muse via Twenty20

Wissenswertes

Verdrängt, verschwiegen
– und vererbt

Der Zweite Weltkrieg bildet in der Erinnerung vieler Familien eine Lücke. Was damals geschah und wie die eigene Familie in nationalsozialistische Verbrechen verstrickt war, darüber herrscht Schweigen. Doch unter den traumatischen Erlebnissen ihrer Eltern leidet auch die nächste Generation. Viele Kriegsenkel machen sich auf Spurensuche. Der Blick zurück ist schmerzhaft, aber heilsam.

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Kriegsenkel: Nebel über Baumkronen, Symbolbild: Traumatische Erlebnisse werden offt an die nächste Generation weitergegeben. Viele Kriegsenkel wollen diese geerbten Erinnerungen loswerden. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Artem Sapegin on Unsplash

Unsere Lieblinge

Lesetipp

Lesetipp: Cover des Buches

Eine Schriftstellerin findet im Haus der Mutter ihr altes Tagebuch. Die Aufzeichnungen stammen von 1978, als sie als junge Literaturstudentin nach New York kam, voller Wissbegier und Abenteuerlust, um ihren ersten Roman zu schreiben. Sie belauscht die geheimnisvolle Nachbarin, entgeht knapp einer Vergewaltigung und entthront einen überheblichen Philosophieprofessor, während in ihr eine lange verborgene Wut aufsteigt. 40 Jahre später setzt die Erzählerin die vielen Puzzleteile zusammen, aus denen sie wurde, wer sie heute ist. Doch wo endet die Erinnerung, wo beginnt die Erfindung? Ein Buch über das Erinnern, die Zeit und das Schreiben.

Siri Hustvedt: „Damals“. Roman. Rowohlt Verlag, 2019. 448 Seiten. 24 Euro.

Das gute Beispiel: Schwarzweiß-Fotografie von Lisa Maskell. Zum Gedenken an ihre Mutter gründete sie die Gerda Henkel Stiftung zur Förderung der Historischen Geisteswissenschaften. In Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Gerda Henkel Stiftung
© Gerda Henkel Stiftung

DAS GUTE BEISPIEL

Lisa Maskell

Ihr Großvater war der Fabrikant Fritz Henkel. Ihre Mutter stammte aus der bekannten Düsseldorfer Künstlerfamilie Janssen. Sie selbst studierte beim Bildhauer Ewald Mataré und interessierte sich vor allem für Kunst- und Kulturwissenschaften. Als Lisa Maskell 1976 zum Gedenken an ihre Mutter die Gerda Henkel Stiftung gründete, lautete das Ziel: Förderung der Historischen Geisteswissenschaften. Seitdem konnten mehr als 7.100 Forschungsvorhaben mit rund 190 Millionen Euro unterstützt werden. Die Stipendien erleichtern eine Vereinbarkeit zwischen Wissenschaft und Familie und gehen zur Hälfte an Frauen. Über 20 Jahre lang leitete Lisa Maskell die Stiftung. Nach ihrem Tod übernahm die Tochter, später ihre Enkelin den Vorsitz. Im Laufe der Jahre sind die Themen internationaler und zukunftsbezogener geworden. So fördert die Stiftung inzwischen auch Wissenschaftsnachwuchs in Südostasien und Afrika und setzt sich in Krisenregionen für den Erhalt des kulturellen Erbes ein.

8.000

Die Zahl

Persönlich, subjektiv und emotional – Berichte von Zeitzeugen bringen vergangene Epochen näher als jedes Geschichtsbuch. Denn sie berühren uns und helfen, die Gefühle und Gedanken der Menschen zu einer bestimmten Zeit zu verstehen. Auf dem Zeitzeugen-Portal.de sind 8.000 Videos online abrufbar, mit Erinnerungen zur deutschen Geschichte, vom 1. Weltkrieg bis zur Gegenwart. Das Haus der Geschichte hat dazu verschiedene Video-Archive zusammengefasst. Ein Schatz, der Erinnerung lebendig hält.

Schon gewusst?

Erinnerungsstücke

Nicht immer geht es beim Streit um das Erbe um ein großes Vermögen. Manchmal sind es ganz persönliche Gegenstände des Verstorbenen, die mit besonderen Erinnerungen verbunden sind und nun für Uneinigkeit unter den Erben sorgen. Wer bekommt das alte Küchengeschirr, wer darf das selbst gemalte Bild mitnehmen? Ist weder im Testament noch im Erbvertrag festgelegt, wem das Erbstück vermacht wird, haben grundsätzlich alle Erben einen Anspruch. Etwas bevorzugt ist der Ehepartner, der nach § 1932 BGB alle Gegenstände behalten darf, die er braucht, um den Haushalt angemessen fortzuführen. Darüber hinaus gibt es aber keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Erinnerungsstück. Die Erben müssen sich also untereinander einigen, gegebenenfalls mit Hilfe eines Notars oder Mediators. Eine andere Möglichkeit: Sie versteigern den Gegenstand und versuchen, ihn bei der Auktion selbst zu erwerben.

 

Ratgeber

Im Gedächtnis bleiben: Linken Fuß eines Erwachsenen neben dem rechten Fuß einer Statue. Manche wollen mit dem Erbe Gutes tun, um in Erinnerung zu bleiben oder einem geliebten Menschen zu gedenken. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Stihl024 / photocase.de

Im eigenen Namen: Mit dem Erbe im Gedächtnis bleiben

Eine Stiftung für die Menschenrechte, ein Förderpreis für die Erforschung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine Testamentsspende für den Naturschutz. Viele Menschen haben das Bedürfnis, Gutes zu hinterlassen. Manche vererben anonym, andere wollen in Erinnerung bleiben oder einem geliebten Menschen gedenken.

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Im Gedächtnis bleiben: Linken Fuß eines Erwachsenen neben dem rechten Fuß einer Statue. Manche wollen mit dem Erbe Gutes tun, um in Erinnerung zu bleiben oder einem geliebten Menschen zu gedenken. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Stihl024 / photocase.de
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Im eigenen Namen: Mit dem Erbe im Gedächtnis bleiben

Eine Stiftung für die Menschenrechte, ein Förderpreis für die Erforschung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine Testamentsspende für den Naturschutz. Viele Menschen haben das Bedürfnis, Gutes zu hinterlassen. Manche vererben anonym, andere wollen in Erinnerung bleiben oder einem geliebten Menschen gedenken.

Immer schon haben Menschen so einiges dafür getan, um die eigene Endlichkeit zu überwinden. Bereits im Mittelalter war es Brauch, Kirchen und Klöstern Vermögen zu hinterlassen, um sich damit im Jenseits das Seelenheil zu sichern. Im Totengedenken der Gottesdienste lebten die Namen der Stiftenden dann über Jahrhunderte weiter. Heutzutage haben viele ein persönliches Herzensanliegen, das sie mit einer Schenkung, Testamentsspende oder Stiftung über den Tod hinaus unterstützen wollen: sei es der Einsatz gegen Hunger und Armut, der Erhalt einer bedrohten Landschaft, der Schutz von Kindern oder der Kampf gegen eine schwere Krankheit. Die Sehnsucht nach Unsterblichkeit spielt dabei für viele noch immer eine Rolle. Sie hinterlassen ihr Vermögen einem gemeinnützigen Zweck, weil sie auch nach dem Tod etwas Gutes bewirken möchten, oder auch, weil sie schlicht nicht vergessen werden wollen. „So bleiben wir in Erinnerung, auch wenn wir nicht mehr da sind“, beschreibt ein Stifter seine Motivation in einer Studie des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Für einen geliebten Menschen

Ein weiterer Beweggrund, etwas für eine gute Sache zu hinterlassen: um an einen geliebten Menschen zu erinnern und das Andenken an ihn in Ehren zu halten. Ein Beispiel ist der Stiftungsfonds Felix-Wiemes, den Freunde eines verunglückten Handwerkers für das Medikamentenhilfswerk action medeor gründeten. „Sie wollten damit an einen engagierten Menschen erinnern. Weil Felix Wiemes sich immer für die Ausbildung junger Menschen eingesetzt hatte, unterstützt der Fonds die Ausbildung von Studierenden der Pharmazie an der Universität Daressalam in Tansania“, berichtet Susanne Schuran von action medeor. Ein anderes Beispiel: Die Mutter des früh verstorbenen Gerd Killian verfügte in ihrem Testament, dass ihr Vermögen der Forschung zugutekommen sollte, berichtet Rechtsanwalt Benjamin Schmitt von der Deutschen Herzstiftung. Daher errichtete die Herzstiftung den Gerd-Killian-Fonds zur Förderung von Projekten auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler.

Auflagen im Testament

Wer sein Vermögen einem ganz bestimmten gemeinnützigen Projekt zugutekommen lassen möchte, sollte im Testament eine sogenannte Auflage vorsehen. Sie verpflichtet die begünstigte Organisation oder Stiftung im Erbfall dazu, den Nachlass in einer bestimmten Weise zu verwenden. Zusätzlich kann ein Testamentsvollstrecker bestellt werden, um die Einhaltung der Auflagen zu überwachen.

Gerne auch anonym

Mit dem eigenen Namen sind Erblasser hierzulande allerdings meist zurückhaltend. „Ich habe es bei action medeor noch nicht erlebt, dass sich ein Spender eine Erinnerungsplakette oder etwas Ähnliches gewünscht hat“, berichtet Referentin Linda Drasba. Einmal habe das Medikamentenhilfswerk von sich aus eine Gedenktafel erstellt, um an eine Nachlassgeberin zu erinnern. Weil sie action medeor ganz überraschend mit einem großen Vermögen bedacht hatte, konnte eine neue Lagerhalle für die weltweite Medikamentenhilfe gebaut werden. Eine Erfahrung, die andere Organisationen teilen. „Selbst bei größeren Spenden wünschen einige ausdrücklich, dass es weder eine Berichterstattung gibt, noch ihr Name anderweitig genannt wird“, sagt Benjamin Schmitt von der Herzstiftung. Auch Katja Deckert vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) bestätigt, dass eine Testamentsspende oder eine Erbschaft für den guten Zweck in den meisten Fällen nicht bekannt wird: „Wir haben hier eine andere Kultur, sich öffentlich zu zeigen als zum Beispiel in den USA.“

Im Gedächtnis bleiben: Porträt von Herbert Drossel. Mit seinem Testament hilft er dem NABU bei der Renaturierung der Havel, die Drosselinsel ist nach ihm benannt. Ein Beispiel, wie man mit dem Erbe in Erinnerung bleiben kann. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Guido Rottmann

Herr Drossel und seine Insel

Nur ein Projekt des NABU, die Drosselinsel in der Havel, ist mit dem Namen eines Spenders verbunden. Der Brandenburger Herbert Drossel lernte in seiner Jugend die Havel auf Wasserwanderungen kennen und lieben. Später reiste er immer wieder in das Land der Auen und verschlungenen Flussarme. In seinem Testament bestimmte er, sein Vermögen für den Kauf und die Pflege von Feuchtgebieten in der Mark Brandenburg zu verwenden. 2013 ließ Herbert Drossel einen Altarm an der unteren Havel ausbaggern, ca. 20.000 Tonnen Spülsand wurden abgeräumt. Das Land dazwischen verwandelte sich wieder zu einer Insel und steht jetzt unter Naturschutz.

Bleibendes schaffen

Anregungen, Rat und Service rund ums Erbe bietet die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ auf ihrer Internetseite. Hier lesen Sie auch von Menschen, die mit ihrem Testament Gutes bewirken.

Als gutes Beispiel an die Öffentlichkeit

Grundsätzlich ist es möglich, auch namentlich Spuren zu hinterlassen. „Es gibt Menschen, die durch die Nennung ihres Namens ein gutes Beispiel geben wollen, nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber“, sagt Benjamin Schmitt. Auch die gemeinnützigen Organisationen und Stiftungen sind darauf vorbereitet, dass ein Spender im Gedächtnis bleiben will. Der NABU bietet beispielsweise an, im Haus der Bundeszentrale mit einer Gedenktafel an Erblasser zu erinnern. Und auch wenn nur wenige Menschen stiften, um das eigene Ansehen zu erhöhen: Aus der Stifterstudie ist bekannt, dass auch heute noch gut die Hälfte der Stiftenden die Stiftung nach sich selbst benennt.

Egal, in welcher Form man etwas gemeinnützig vererben möchte: Man sollte darüber rechtzeitig mit der eigenen Familie und mit der Organisation sprechen, empfiehlt Susanne Schuran von action medeor. „Nur im persönlichen Gespräch lassen sich Fragen klären.“ Damit der letzte Wille so umgesetzt wird, wie man es sich wünscht.

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Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Ausgabe 8: ERINNERUNG. Kanada, Ontario, 1996. Der zweijährige Isaac Towell wird von seiner älteren Schwester Naomi vorsichtig in den Sydenham River getragen, um ihn das erste Mal mit dem Wasser in Berührung zu bringen. Foto: Larry Towell / Magnum Photos / Agentur Focus

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Text: Angelika S. Friedl
Fotos: Stihl024 / photocase.de, Guido Rottmann

Biografisches Schreiben: Sehr kurzer Buntstift, von zwei Seiten angespitzt. Symbolbild. Wer auf sein Leben zurückblickt, möchte seine Erinnerungen vielleicht auch aufschreiben. Tipps für den Einstieg ins biografische Schreiben. – In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: b-fruchten / photocase.de

Biografisches Schreiben: Erinnerungen zu Papier bringen

Schicksalhafte Begegnungen, große Liebe, Erfolge und Niederlagen, späte Einsichten und auch der eine oder andere Irrtum: Wer auf sein Leben zurückblickt, hat viel zu erzählen und möchte seine Erinnerungen vielleicht auch aufschreiben. Mit ein paar Tricks gelingt der Einstieg ins biografische Schreiben.

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Biografisches Schreiben: Sehr kurzer Buntstift, von zwei Seiten angespitzt. Symbolbild. Wer auf sein Leben zurückblickt, möchte seine Erinnerungen vielleicht auch aufschreiben. Tipps für den Einstieg ins biografische Schreiben. – In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: b-fruchten / photocase.de
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Biografisches Schreiben: Erinnerungen zu Papier bringen

Schicksalhafte Begegnungen, große Liebe, Erfolge und Niederlagen, späte Einsichten und auch der eine oder andere Irrtum: Wer auf sein Leben zurückblickt, hat viel zu erzählen und möchte seine Erinnerungen vielleicht auch aufschreiben. Mit ein paar Tricks gelingt der Einstieg ins biografische Schreiben.

Auf dem Tisch ein weißes Blatt Papier, in der Hand ein Stift – und im Kopf ein ganzes Leben: Erinnerungen an Kindheit und Jugend, an die erste Liebe und an Menschen, von denen manche bereits gegangen sind. An Wohnorte und Reisen, an Privates und Berufliches. „Einen Anfang zu finden, kann unglaublich schwer erscheinen“, weiß Schreibpädagogin Kirsten Alers. Die Dozentin am Studiengang „Biografisches und Kreatives Schreiben“ an der Alice Salomon Hochschule Berlin bietet Kurse an, die Menschen beim autobiografischen Schreiben unterstützen. „Wer Lust hat, zu schreiben, sollte sich nicht von dieser ersten Hürde abschrecken lassen.“ Der erste Schritt ist in der Regel ein stiller: Augen schließen und Erinnerungen kommen lassen. Dann sollte man sich erlauben, ins Schreiben zu kommen, ohne lange zu überlegen und ohne allzu kritisch zu sein.

Biografisches Schreiben: Kirsten Alers auf dem Ich-Sockel im Landesmuseum Kassel. Die Schreibpädagogin gibt Tipps, wie man Erinnerung zu Papier bringt. Damit der Einstieg ins biografische Schreiben gelingt. – In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Kirsten Alers / Wortwechsel

Für wen will ich schreiben?

„Ich sollte wissen, warum ich überhaupt schreiben möchte“, erläutert Alers. Möchte ich meine Erinnerungen auffrischen? Mir darüber klar werden, wer ich bin und wie ich wurde? Oder will ich für andere schreiben, etwa Kinder oder Enkel? „Aus der Motivation heraus ergibt sich die Art des Schreibens“, sagt die Schreibpädagogin. Wissen beispielsweise meine Leser, was gemeint ist, wenn dort steht ‚Ich und Imke’? Oder schreibe ich für das bessere Verständnis ‚Ich und meine Schwester‘? Wer etwa für eine konkrete Person schreibt, kann dies auch in Briefform tun.

Eine Auswahl treffen

Von Anfang an sollte klar sein, dass es unmöglich ist, ein Leben in Gänze darzustellen. Alers warnt zudem davor, das eigene Leben chronologisch zu beschreiben. Bei der Geburt anzufangen und dann sämtliche Stationen durchzugehen, sei keine gute Idee. „Das befördert einen eher steifen Berichtsstil. Man versucht, alles unter einen Sinnzusammenhang zu bekommen“, so Alers. Dabei biete sich beim Niederschreiben des eigenen Lebens auch die Chance, neue Verknüpfungen oder Oberthemen zu entdecken.

Die Schreibpädagogin empfiehlt stattdessen, einzelne Episoden aufzuschreiben und dabei auch Lücken zuzulassen. „Wer episodisch schreibt, macht es sich selbst einfacher und sein Werk für Lesende interessanter.“ Die Autobiografie gewinnt an Reiz, wenn sie thematische Schwerpunkte setzt. Hat man die ersten Episoden aus dem eigenen Leben aufs Papier gebracht hat, bilden sich üblicherweise die wichtigen Themen heraus: etwa Liebe, Berufungen oder Lebensphilosophien, die man dann weiterentwickeln kann.

Alte Erinnerungen wecken

Damit keine gute Idee und keine spontane Erinnerung verloren gehen, bietet es sich an, lose Blätter mit Notizen in einen Aktenordner zu heften, auch dies am besten schon thematisch sortiert. Einige Erinnerungen sind mit den Jahren verblasst. Doch mit ein paar Tricks lässt sich dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen, etwa durch Fotos, Lieder, Schmuckstücke oder Porträts von Menschen, die einem wichtig sind. „Erinnerungen lassen sich vor allem sinnlich einfangen“, sagt Alers. Eine andere Methode, die sie empfiehlt, ist der so genannte Fahrstuhl.

Fahrstuhl in die Vergangenheit

So lassen sich Erinnerungen systematisch sammeln und eine Struktur für die eigene Biografie entwickeln:

  • Mit einer Liste wird das eigene Leben chronologisch unterteilt, zum Beispiel in 5- oder 10-Jahresabschnitte.
  • Oben steht die Gegenwart, absteigend geht es mit jedem Zeitabschnitt weiter in die Vergangenheit zurück – ähnlich wie bei einem Fahrstuhl.
  • Zu jedem Zeitabschnitt notiert man Stichwörter, wie sie in den Kopf kommen, etwa: Bücher, Menschen, Ausbildung, Liebe, Reisen.
  • Diese Listen lassen sich im Laufe der Zeit sortieren und ergänzen.
  • Daraus kann sich ein inhaltlicher Faden ergeben, der sich über das ganze Leben erstreckt. Oder es werden Schwerpunkte in den jeweiligen Abschnitten deutlich.
  • Beim Schreiben können jene Punkte, die bereits ins Werk eingeflossen sind, abgehakt werden.

Schreiben braucht Ruhe und Inspiration

Die Erinnerungen ans eigene Leben und der Prozess des Schreibens brauchen im wörtlichen Sinn vor allem Zeit und Raum: Es hilft, sich an bestimmten Tagen zu einer konkreten Uhrzeit an einen stillen Ort zurückzuziehen, um sich zu sammeln. „Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass man dieses Schaffen ernst nimmt“, sagt Alers. Anregungen bekommt auch, wer parallel zum Schreiben liest, etwa die Autobiografien anderer Menschen. Persönliche Lieblingsgedichte wiederum bieten sich für Schreibübungen an: Warum nicht einmal den formal anregenden Rahmen nutzen und mit eigenen Inhalten füllen? „Allerdings empfiehlt sich beim autobiografischen Schreiben ein Erzählton. Wenn man so schreibt, als würde man jemandem etwas am Telefon erzählen, fällt das Schreiben oft leichter und der Ton wirkt lebendiger“, rät die Schreibpädagogin. Die persönliche Note könne auch unterstrichen werden, indem man die Sprache oder den Dialekt seiner Kindheit nutzt. „Das fördert oft sogar den Schreibfluss.“

Ein weit verbreitetes Vorurteil ist übrigens, dass Schreiben eine einsame Tätigkeit sei. „Wer sich dabei mit anderen zusammentut, bekommt viele Anregungen“, so Alers. Findet sich in der Nähe kein entsprechendes Angebot, kommen vielleicht im Bekanntenkreis einige Interessierte für eine Schreibgruppe zusammen.

Lesetipp

Biografisches Schreiben: Cover des Buches „Schreiben über mich selbst“. Autor Hanns-Josef Ortheil hilft dabei, Erinnerung zu Papier zu bringen und weiterzugeben. – In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Duden Verlag

Hanns-Josef Ortheil: Schreiben über mich selbst – Der Ratgeber des Bestsellerautors ist kein strenges Lehrbuch mit Geboten und Regeln, sondern ein unterhaltsam geschriebener Schreibkurs mit Übungen zu allen Facetten des autobiografischen Schaffens: von der Kindheitserinnerung und Selbstbeobachtung, über das Erzählen prägender Erlebnisse, bis hin zu längeren Texten über Herkunft und Familie. „Nach der Lektüre“, so Ortheils Ziel, sei Schreiben über sich selbst, „was es sein sollte: eine lebensnotwendige, lebensverlängernde, lebensintensivierende Kraft“. Erschienen im Duden Verlag.

Text: Lars Klaaßen
Fotos: b-fruchten / photocase.de, Kirsten Alers / Wortwechsel, Duden Verlag

Datenspuren im Netz: Ein in weißen Stoff eingewickeltes Bild steht auf der Straße. Symbolbild: Das Internet vergisst nichts. Umso wichtiger ist es, die eigenen Daten zu schützen. Darauf sollte man achten. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Samuel Zeller on Unsplash

Datenspuren im Netz: Profil zeigen und Grenzen setzen

Das Internet vergisst nichts. Umso wichtiger ist es, die eigenen Daten zu schützen. Das beginnt mit der Frage, was will ich öffentlich preisgeben? Und wer kann meine Daten einsehen? Auch die persönlichen Einstellungen im Smartphone und in sozialen Netzwerken sollte man sich genauer anschauen.

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Datenspuren im Netz: Ein in weißen Stoff eingewickeltes Bild steht auf der Straße. Symbolbild: Das Internet vergisst nichts. Umso wichtiger ist es, die eigenen Daten zu schützen. Darauf sollte man achten. In: Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Foto: Samuel Zeller on Unsplash
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Datenspuren im Netz: Profil zeigen und Grenzen setzen

Das Internet vergisst nichts. Umso wichtiger ist es, die eigenen Daten zu schützen. Das beginnt mit der Frage, was will ich öffentlich preisgeben? Und wer kann meine Daten einsehen? Auch die persönlichen Einstellungen im Smartphone und in sozialen Netzwerken sollte man sich genauer anschauen.

Ob Textnachrichten, Fotos oder Videos: Wir versenden immer mehr Nachrichten aus unserem Alltag über digitale Kanäle. Persönliche Informationen werden mit Freunden und Familie geteilt, manchmal auch kopiert und an andere weitergeleitet. Täglich sind in Deutschland rund 54 Millionen Menschen in sozialen Netzen aktiv. Aber in wessen Hände können unsere Daten geraten und wie entfernt man sie wieder? Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten ein paar Dinge beachtet werden, damit die eigenen Daten geschützt bleiben.

Was weiß das Internet über mich?

Datenschutz beginnt, bevor man überhaupt etwas von sich ins Netz stellt. Am Anfang sollte daher immer die Frage stehen: Was will ich über mich preisgeben? Denn auch nach Jahren können online veröffentlichte Inhalte Konsequenzen haben. Selbst belanglose Fakten, die wir sonst schnell vergessen würden, bleiben ewig gespeichert und lassen sich oft nur mit einigem Aufwand löschen.

Am sensibelsten sind die Daten, die für alle einsehbar sind. Auch wenn man nicht in sozialen Netzwerken, Foren oder anderen Online-Communities aktiv ist, lohnt sich eine Bestandsaufnahme: Was kursiert bereits über mich im Netz? Dazu empfiehlt es sich, die gängigen Suchmaschinen zu befragen. Nicht nur Google, auch Bing, Yahoo oder die Personensuchmaschine Yasni werden von vielen genutzt. Wer dort seinen Namen, den Geburtstag, die E-Mail-Adresse und andere persönliche Angaben in verschiedenen Kombinationen eingibt, erfährt, was auch andere mit wenig Aufwand über ihn in Erfahrung bringen können.

Ein Recht auf die persönlichen Daten

Nutzer von sozialen Netzwerken wie etwa Facebook, Instagram, Twitter und Xing werden dazu aufgefordert, in ihrem Profil viel von sich preiszugeben. Hier lohnt es sich, zu prüfen, was man wirklich veröffentlichen will. Sollen neben dem Realnamen auch Wohnort, Arbeitsverhältnis, Beziehungsstatus und Lieblingsmusik für alle sichtbar sein? Hinzukommt: Die persönlichen Daten werden auch von den jeweiligen Anbietern gespeichert. Jeder Nutzer von sozialen Netzwerken hat das Recht, diese Daten anzufordern. Das geht über Links in den Einstellungen der Portale, die oft etwas versteckt sind.

Ihre Daten, Ihre Rechte

Das Recht auf Vergessenwerden ist mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGV) gestärkt worden. Die Verbraucherzentralen bieten eine Übersicht über die wichtigsten Verbraucherrechte.

Kontaktanfragen prüfen

Im Zentrum sozialer Netzwerke stehen die Kontakte. Bei Facebook werden sie „Freunde“ genannt, bei Twitter und Instagram „Follower“. Das können Menschen sein, die man schon lange persönlich kennt, aber auch entfernte Bekannte, Kollegen oder reine Online-Bekanntschaften. Grundsätzlich ist es ratsam zu überlegen, wen man in seine Kontaktliste in sozialen Netzwerken aufnimmt. Bei Kontaktanfragen von Unbekannten gilt: Nicht wahllos akzeptieren, sondern erst einmal nachfragen oder überprüfen, um wen es sich handelt.

Vorsicht mit neugierigen Apps

Die mobilen Apps von sozialen Netzwerken und Messenger-Dienste wie etwa WhatsApp wollen nach der Installation meist auf die Kontaktliste und zum Teil auch auf weitere Inhalte und Funktionen des Smartphones zugreifen. Die Nutzung des elektronischen Adressbuchs des Telefons erleichtert einerseits die Kontaktaufnahme mit Bekannten, die die Dienste ebenfalls nutzen. Wenn aber eine App allzu neugierig erscheint und weitergehende Berechtigungen erfragt, die für die Funktionen der App nicht notwendig sind, sollte man genauer hinsehen.

Sparsamkeit lohnt sich

Wer soziale Netzwerke nutzt, sollte nicht mehr als nötig von sich preisgeben. An folgenden Fragen kann man sich dabei orientieren:

  • Welche Infos sind wirklich notwendig, um einen Dienst zu benutzen?
  • Könnten die Informationen, die ich ins Netz gestellt habe, mir später unangenehm werden?
  • Könnten mir Nachteile erwachsen, wenn diese Informationen in die falschen Hände geraten?
  • Wer kann die Informationen sehen, welche Einstellungsmöglichkeiten gibt es hierfür?
  • Welche Rechte und Befugnisse beanspruchen die Anbieter für sich?

Messenger-Dienste erschweren das Löschen

Zu Bedenken ist auch: Persönliche Nachrichten, Fotos oder Videos vollständig und dauerhaft zu entfernen, ist besonders bei Messenger-Apps schwierig. Denn sind die Dateien erst einmal versendet, befinden sie sich nicht mehr nur auf dem Server des Anbieters, sondern zusätzlich auf allen angeschriebenen Geräten, also bei allen Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten, denen man etwas geschickt hat. Einige haben diese Dateien und Informationen vielleicht sogar weitergeleitet an Personen, die man selbst nicht kennt.

Digitalen Nachlass nicht vergessen

Unsere Daten im Netz sind übrigens auch über den Tod hinaus relevant. Wer diesen digitalen Nachlass rechtzeitig regelt, schützt damit nicht nur die eigene Privatsphäre vor unerwünschten Zugriffen, sondern macht es auch seinen Erben leichter, alles zu ordnen. Wie man ihnen die Suche nach Konten, Zugangsdaten und Verträgen erspart, erfahren Sie hier.

Spuren im Netz löschen

Jeder hat das Recht, seine Daten aus dem Internet zu löschen.

  • In Netzwerken lässt sich die Sichtbarkeit von Beiträgen von öffentlich auf privat ändern, bei Facebook ebenso wie etwa in Foren, Apps oder beim Amazon-Wunschzettel.
  • Lassen sich Inhalte nicht selbst entfernen, muss der Betreiber der Webseite kontaktiert werden. Er ist dazu verpflichtet, Daten auf Wunsch zu entfernen. Hier ist oft Ausdauer gefragt, notfalls sollte man mit rechtlichen Schritten drohen.

Fazit: Der Schutz der eigenen Daten wird den Nutzern im Internet nicht leicht gemacht. Es erfordert etwas Geduld und Zeit, auf dem Smartphone oder in sozialen Netzwerken die entsprechenden Einstellungen zu ändern. Doch es lohnt sich – Datenschutz ist in der digitalen Welt wichtiger als je zuvor.

Mehr erfahren

Das Portal klicksafe.de bietet viele Informationen, wie man seine Daten in sozialen Netzwerken schützt. Dem Datenschutz auf Smartphone und Tablet widmet sich der Verein iRights auf mobilsicher.de.

Text: Lars Klaaßen
Foto: Samuel Zeller / Unsplash

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