Editorial

Als König Krösus vor über 2.500 Jahren in Lydien begann, genormte Silber- und Goldmünzen zu prägen, sollte das den Handel erheblich erleichtern. Statt sich mit einem schweren Sack Reis oder diversen Edelmetallklumpen unbestimmter Güte über den Markt zu schleppen, konnten Käufer nun mit zählbaren Münzen bezahlen. Seitdem hat sich viel getan, mittlerweile halten wir nur noch unser Smartphone oder eine Plastik-Karte an ein elektronisches Lesegerät.

Geld war seit Beginn nur ein Mittel zum Zweck. Mit den Jahrhunderten ist es immer abstrakter und quasi unsichtbar geworden. Und doch haben unser Geld und das, was wir uns davon leisten können, eine größere Bedeutung, als uns manchmal bewusst ist. Unser Hab und Gut gibt uns Sicherheit, kann uns aber auch falsche Freunde und Unglück bescheren. Mit Geld kann man sich so manchen Traum erfüllen, doch es kann uns auch schlaflose Nächte bereiten. Selbst in unseren Beziehungen mit anderen Menschen spielt Geld bisweilen eine Rolle. Aber natürlich gibt uns unser Besitz auch die Möglichkeit, großzügig zu sein, zu teilen und anderen etwas abzugeben – ob unseren Liebsten in der Familie oder anderen Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns selbst.

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit dem Thema HAB & GUT– welche Bedeutung es für uns hat und welche Möglichkeiten Vermögen und Eigentum uns eröffnen. Wir sprechen mit dem Unternehmer Sebastian Klein, der 90 Prozent seines Unternehmens weitergegeben hat, und fragen, wie lange man seine erwachsenen Kinder finanziell unterstützen sollte. In unseren Ratgebern erklären wir, was man beim Vererben von Immobilien und beim Nachlass für den guten Zweck beachten sollte. Außerdem haben wir Tipps, wie man sich vor betrügerischen Anrufern schützen kann.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Susanne Anger

Sprecherin der Initiative "Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum"

Menschen

"Ich lebe wieder im Einklang mit meinen Werten"

Sebastian Klein ist mit der Podcast-App Blinkist reich geworden. Doch den allergrößten Teil seines Vermögens hat er weitergegeben. Im Interview erklärt der Unternehmer, warum Vermögen kein Wert an sich ist, sondern den Menschen dienen sollte.

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Geld ist kein Selbstzweck

Impulse

Geld in der Familie: Nothilfe oder Geldhahn?

Die erwachsenen Kinder und Enkelkinder finanziell unterstützen? Dafür gibt es gute Gründe – aber auch einige, die dagegensprechen. Wichtig ist, in der Familie offen über Geld und persönliche Bedürfnisse zu sprechen.

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Kinder haben keinen Anspruch aufs Erben

Wissenswertes

„Philosophisch gesehen sollte es in einer Demokratie keine großen Privatvermögen geben“

Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. So steht es im Grundgesetz. Doch was bedeutet das für unsere Gesellschaft? Ein Gespräch mit der Philosophin Lisa Herzog.

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Mit seinem Eigentum und Vermögen kann man viel Gutes tun

Unsere Lieblinge

Lesetipp

Wolfgang Detel: Schockierende Ungleichheit

Die Demokratie steckt in der Krise, diagnostiziert der Philosoph Wolfgang Detel und sieht die Ursache in der zunehmenden Ungleichheit in unserer Gesellschaft. In seinem politische Essay trägt er die Forschung renommierter Ökonomen wie Thomas Piketty, Joseph Stiglitz, Axel Honneth oder Dorothea Schäfer zusammen. Ausführlich und gut verständlich zeigt Detel, wie nach dem Zweiten Weltkrieg die ökonomische Ungleichheit zunächst abflachte. Ab den 1970er und 1980er Jahren versprachen Steuersenkungen, Deregulierung, Globalisierung und die Ausweitung des Finanzmarktes mehr Wohlstand für alle. Doch inzwischen werden die erheblichen Nebenwirkungen dieser neoliberale Politik deutlich. Die ärmere Hälfte der Gesellschaft fühlt sich immer weniger repräsentiert und sucht Zuflucht bei Rechtspopulisten. Detel plädiert für eine stärkere Beteiligung der Ultra-Reichen, um die gegenwärtigen Herausforderungen finanzieren zu können.

Wolfgang Detel: Schockierende Ungleichheit. Felix Meiner Verlag 2025. 412 Seiten, 29,90 Euro

Ideen, die bleiben

nph Kinderhilfe Lateinamerika

Weil er nichts zu essen hat, stiehlt der minderjährige Gustavo 1954 Geld aus einer Kirche. Der mexikanische Waisenjunge wird gefasst und kommt ins Gefängnis. Doch Gustavo hat Glück: Padre William Wasson, ein Priester aus den USA, der bereits eine Suppenküche für arme Kinder betreibt, bietet dem Richter an, das Kind bei sich aufzunehmen.

„Wenn man die Welt verändern will, muss man bei den Kindern anfangen“ so Padre Wasson. In kurzer Zeit kommen immer mehr verlassene Kinder zu ihm. Noch im gleichen Jahr gründet er den Verein Nuestros Pequeños Hermanos – „Unsere kleinen Schwestern und Brüder“, der verwaisten und schutzlosen Kindern ein neues Zuhause gibt.

Nach der Eröffnung des ersten Spendenbüros in den USA werden auch in anderen Ländern Büros gegründet, unter anderem 1984 in Deutschland, zunächst unter dem Namen „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“. Dank der Spenden vor allem aus Nordamerika und Europa entstehen nach und nach in weiteren lateinamerikanischen Ländern Kinderdörfer und Schutzhäuser.

Heute, 72 Jahre später, leben über 1.500 Kinder in insgesamt acht lateinamerikanischen Ländern und in Haiti in Kinderdörfern und anderen nph-Einrichtungen. Um benachteiligten Kindern und Jugendlichen aus dem Kreislauf von Armut und Gewalt zu helfen, ermöglicht nph ihnen Schulbildung, leistet medizinische Versorgung und Nothilfe, stärkt Familien und unterstützt Kinder mit Behinderung. Denn jedes Kind hat ein Recht auf Zukunft.

Mehr lesen: „Ideen, die bleiben“

400 Mrd.

Die Zahl

400 Milliarden Euro werden jährlich vererbt, schätzt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Wer erbt und wer nicht, ist dabei sehr ungleich verteilt. In einer DIW-Studie gaben nur 10 Prozent der Befragten an, in den vergangenen 15 Jahren eine größere Summe geerbt oder als Schenkung erhalten zu haben – 90 Prozent waren leer ausgegangen. Zweidrittel der Privatvermögen in Deutschland beruhen maßgeblich auf Erbschaften und Schenkungen – und sind nicht durch Arbeit entstanden, wie eine Befragung des DIW unter Hochvermögenden zeigt. Die gute Nachricht: Mittlerweile kann sich jeder vierte über 50-Jährige in Deutschland vorstellen, gemeinnützig zu vererben. Bei Kinderlosen ist es sogar mehr als jeder Dritte. Als wichtigsten Grund für den gemeinnützigen Nachlass gaben die Befragten an, dass sie das, was ihnen im Leben wichtig war, über den Tod hinaus weitergeben möchten.

Schon gewusst?

Eine Immobilie im Ausland vererben

Wer ein Ferienhaus auf Mallorca oder eine Wohnung in Paris besitzt, muss bei der Nachlassplanung aufpassen. Gemäß der EU-Erbrechtsverordnung gilt für den gesamten Nachlass grundsätzlich das Recht des Staates, in dem der Erblasser zuletzt seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Um Überraschungen zu vermeiden, sollten deutsche Staatsbürger in ihrem Testament daher ausdrücklich das deutsche Erbrecht für anwendbar erklären.

Das ist besonders wichtig, wenn Ehepaare ein Berliner Testament verfasst haben. Viele Länder wie Frankreich, Italien oder Spanien kennen diese Form des gemeinschaftlichen Testaments nicht und erkennen die Bindungswirkung oft nicht an. Ohne klare Rechtswahl droht das Testament im Hinblick auf die Auslandsimmobilie schlicht unwirksam zu werden.

Steuerlich droht ebenfalls Ungemach. Es gibt kein einheitliches EU-Erbschaftsteuerrecht und Deutschland hat nur mit wenigen Staaten Abkommen geschlossen, die eine Doppelbesteuerung von Erbschaften verhindern. Zwar wird die im Ausland gezahlte Steuer in der Regel auf die deutsche Erbschaftsteuer angerechnet, dennoch kann die Steuerlast vor Ort erheblich ausfallen.

Wer eine Auslandsimmobilie vererben und zugleich eine gemeinnützige Organisation bedenken möchte, muss vorausschauend planen. Deutsche Hilfsorganisationen sind hierzulande zwar von der Erbschaftsteuer befreit, das Ausland erkennt diesen Status bei dortigen Immobilien aber oft nicht an. Dann können dann empfindliche Steuern für die Organisation anfallen. Es ist in solchen Fällen oft praktikabler, die Immobilie Verwandten zu hinterlassen und der Hilfsorganisation stattdessen ein steuerfreies Geldvermächtnis aus dem inländischen Vermögen zuzuwenden. Eine Beratung durch Experten für internationales Erbrecht ist bei solchen Konstellationen in jedem Fall unerlässlich.

Christian Solmecke, Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE

Das tut gut

Mit Hilfe großzügiger Spenden organisieren die Johanniter medizinische Hilfe für Obdachlose.

Rollende Praxis auf der Straße

Der Pflasterlaster bringt Hilfe dorthin, wo Menschen oft übersehen werden: direkt auf die Straße. Das ehrenamtliche Projekt der Johanniter versorgt obdachlose Menschen in der Düsseldorfer Altstadt und am Hauptbahnhof mit medizinischer Ersthilfe. Engagierte Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Sanitäterinnen schenken hier Menschen in Not ihr Wissen und ihre Zeit. Es werden Wunden behandelt, Infektionen und andere akute gesundheitliche Probleme– unbürokratisch und ohne große Hürden. Das Projekt wird vollständig durch Spenden getragen.

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Unter anderem mit Testamentsspenden ermöglicht die Max-Planck-Gesellschaft freie Forschung.

Nachlass für die Forschung

Sie will die Krebsforschung fördern und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen, eigene Forschungsziele zu verfolgen – wie es ihr selbst immer wichtig war. Deshalb hat die Biologin Dorothea Becker festgelegt, dass ihr Vermögen nach ihrem Tod der Max-Planck-Gesellschaft zugutekommen soll. Es sind Menschen wie Becker, die dazu beitragen, dass an den Instituten der Max-Planck-Gesellschaft eine unabhängige und anspruchsvolle Forschung stattfinden kann. Einige ihrer Förderer stellt die MPG jetzt auf ihrer Webseite vor.

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Mit Hilfe von Spenden und Nachlässen kämpft CBM gegen die Krankheit Trachom.

Für eine Welt ohne Trachom

Die Äthiopierin Momina leidet unter Trachom. Ihre Augenlider sind vernarbt und ziehen sich schmerzhaft nach innen. Momina droht zu erblinden. Noch immer ist die bakterielle Infektion in tropischen Ländern die häufigste Augenkrankheit. Die Christoffel-Blindenmission bekämpft die Krankheit gemeinsam mit Partnerorganisationen in Äthiopien: mit Augenoperationen, wirksamen Antibiotika, mit Aufklärung über Hygiene und besserem Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen. Ziel ist es, dass bis 20230 kein Mensch mehr an Trachom erblindet.

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Mit Hilfe von Spendengeldern setzt sich Amnesty International für politische Gefangene ein.

Marfa Rabkova frei

Mehr als fünf Jahre war die Menschenrechtsaktivistin Marfa Rabkova in Belarus inhaftiert. Nun ist sie freigelassen worden – endlich! Rabkova ist die Koordinatorin der Nichtsregierungsorganisation Viasna, die Menschenrechtsverletzungen bei den belarussischen Präsidentschaftswahlen 2020 dokumentierte und mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Amnesty International startete mehrere Briefkampagnen für Rabkovas Freilassung. Die zahlreichen Briefe zeigten: Als sie im Gefängnis war, haben viele für sie weiter gekämpft!

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Mit Hilfe von Spenden vermittelt die DKMS den passende Stammzellspender.

Lebensretterinnen und - retter

Als Kind hatte Leon Hohmann Angst vor Ärzten und Spritzen. Doch die hat der inzwischen 18-Jährige für etwas Wichtigeres überwunden: Leon hat Stammzellen gespendet, um einem anderen Menschen das Leben zu retten. Eine wichtige Erfahrung, die er auch als Geschenk für sein eigenes Leben empfindet. Seit 2024 führt die DKMS Schulprojekte durch, rund 670.000 Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen haben sich bereits für eine potenzielle Stammzellspende registriert. Das ist ab 17 Jahren möglich, eine Stammzellspende ab 18 Jahren.

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Mit Hilfe von Testamentsspenden engagiert sich die Deutsche Umwelthilfe für den Artenschutz des Fischotters.

Schutz für Fischotter

Es ist ein wichtiger Erfolg für den Schutz des bedrohten Fischotters in Bayern. In einem Eilverfahren der Deutschen Umwelthilfe und des BUND Naturschutz in Bayern untersagte der Bayrische Verwaltungsgerichtsgerichtshof vorläufig die Jagd auf den Fischotter an Fischteichen in dem Bundesland. Seit langem fordert die Deutsche Umwelthilfe, Gewässer so zu renaturieren, dass sie dem Fischotter genug Nahrung und Lebensraum bieten. Mit Ablenkteichen, Schutzzäunen und Vergrämung könnten Fischotter wirksam von Teichen ferngehalten werden.

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Mit Hilfe großzügiger Spenden klärt die Deutsche Herzstiftung über die Symptome bei einem Herzinfarkt auf.

Herzinfarkt bei Frauen

Herzinfarkt ist Männersache – von wegen! Tatsächlich gehört der Herzinfarkt auch bei Frauen zu den häufigsten Todesursachen. Leider wird er gerade bei Frauen nicht immer schnell genug erkannt, weil bei ihnen andere Symptome im Vordergrund stehen als bei Männern. Die Kardiologin Dr. Lena Seegers leitet das erste universitäre Frauenherzzentrum in Deutschland, das Women’s Heart Health Center Frankfurt. Im Podcast imPULS der Deutschen Herzstiftung erklärt sie, wie Frauen künftig nach einem Herzinfarkt besser gerettet werden können.

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