Prinzip Apfelbaum - Magazin über das, was bleibt

No. 1 – GLÜCK

Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Ausgabe 1: GLÜCK. Russland, 1988: Eine ältere Frau im Badeanzug und mit Schwimmhaube steigt nach dem Eisbaden im russischen St. Petersburg in der Dämmerung lächelnd aus dem Fluss. Ein Glücksmoment, der bleibt. Ausgabe eins des Magazins „Prinzip Apfelbaum“ gibt Antworten zum Glück: Was macht ein erfülltes Leben aus? Wie finde ich ein Ehrenamt im Ruhestand? Wie kann mein Erbe Gutes tun? – Foto: Carl De Keyzer / Magnum Photos / Agentur Focus
© Carl De Keyzer / Magnum Photos / Agentur Focus

Editorial

Glück, das ist genau das, was wir in unseren schönsten Momenten im Leben fühlen. Dummerweise kann man es nicht einfangen, um es für schlechte Zeiten aufzuheben. Aber man kann durchaus was tun, für’s Glück. So kann Lesen und Nachdenken beim Glück-Finden helfen. Deshalb widmet sich die erste Ausgabe unseres neuen „Magazin über das, was bleibt“ in vielen Facetten diesem schier unerschöpflichen Thema.

Und manchmal findet man Glück auch völlig unverhofft. Zum Beispiel in der Bahn. Ein ICE von Hamburg nach Leipzig an einem trüben Freitagnachmittag. Plötzlich steht da eine Frau mit Kindern, im Arm einen Korb voll Rosen. „Entschuldigen Sie die Störung!“, bittet sie die Reisenden. „Mein Vater, unser Opa, ist der Lokführer dieses Zuges. Das ist seine letzte Fahrt, bevor er in Rente geht. Er hat seine Fahrgäste immer gemocht, obwohl er sie in 45 Jahren fast nie gesehen hat. Heute wollen wir das ändern. Falls Sie mögen, könnten Sie meinem Vater eine Rose schenken?“

Ankunft in Leipzig: In einer nicht enden wollenden Schlange stellen sich Geschäftsreisende, Familien, Bundeswehrsoldaten, Wochenendausflügler an, um dem Lokführer mit einem Dankeschön ins offene Lokfenster eine Rose zu reichen. Niemand ist ungeduldig. Keine Hektik. Alle lächeln. Ein Lokführer mit tränennassen Wangen in einem Berg von Rosen. Jede und jeder spürt: Das ist Glück! So einfach. So schön. Ein Glücksmoment für alle. Ein Moment, der bleibt.

Susanne Anger

Sprecherin der Initiative
"Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum"

Menschen

Was bleibt,
Christine Westermann?

20 Jahre lang moderierte sie die Sendung „Zimmer frei“. Dann war es vorbei. In ihrem neuen Buch erzählt Christine Westermann von kleinen und großen Abschieden. Wir sprachen mit ihr über ihre Erfahrungen, Glück und das, was bleibt.

Weiterlesen...
Was bleibt, Christine Westermann? Porträt der Moderatorin Christine Westermann an einem Holztisch sitzend, im Bildvordergrund unscharf bunte Lesebrillen. Die Journalistin erzählt in ihrem neuen Buch über das Abschiednehmen. Foto: Ben Knabe / Networks

Impulse

Warum Schenken
glücklich macht

Wirtschaftlich gesehen ist Schenken zwecklos. Wer aber anderen aus vollem Herzen eine Freude macht, fühlt sich selbst auch glücklicher. Warum schenken glücklich macht, haben Forscher unlängst in einem Experiment untersucht.

Weiterlesen...
Glücksforschung - Warum schenken glücklich macht: Nahaufnahme zweier Hände. Die eine überreicht der anderen eine einzelne weiße Blume. Im Hintergrund unscharf Wolken, Berge und Grün. Wer anderen selbstlos eine Freude macht, fühlt sich selbst glücklicher. Foto: Evan Kriby on Unsplash

Wissenswertes

Zurückschauen,
Zufriedenheit gewinnen

Mit dem Älterwerden kommt für viele die Zeit, zurückzuschauen. Das hat etwas Gutes. Mit der richtigen Technik gelingt nicht nur die Lebensbilanz. Sie macht auch den Blick frei für das, was noch kommt.

Weiterlesen...
So gelingt die Lebensbilanz: Ein Fuchs sitzt auf einer Wiese und blickt nach hinten. Mit dem Älterwerden kommt für viele die Zeit, zurückzuschauen. Mit der richtigen Technik gelingt nicht nur die Lebensbilanz und macht den Blick frei für das, was noch kommt. Foto: Nathan Anderson on Unsplash

Unsere Lieblinge

Lesetipp

Prinzip Apfelbaum - Magazin über das, was bleibt. Ausgabe 1: Glück - Lesetipp: Cover des Buches

Seit vielen Jahren besucht Karsten Thormaehlen Hundertjährige auf der ganzen Welt. Er nimmt ihr Porträt auf und lässt sie über ein langes und erfülltes Leben erzählen. In seinem neuen Bildband „100 Jahre Lebensglück – Weisheit, Liebe, Lachen“ stellt der preisgekrönte Fotograf 52 weise und lebensfrohe Menschen vor. Mit seinen reduzierten, persönlichen Fotografien und kurzen Texten voller Humor und Herz ist das Buch eine beeindruckende Hommage an das Alter.

Karsten Thormaehlen: „100 Jahre Lebensglück – Weisheit, Liebe, Lachen“.
Knesebeck Verlag, 120 Seiten, 60 farbige Abbildungen, 24,95 Euro

Prinzip Apfelbaum - Magazin über das, was bleibt. Ausgabe 1: Glück - Berühmte Vermächtnisse: Außenansicht des Städel Museum in Frankfurt. Im Vordergrund: die Wiese mit den Lichtkuppeln des unterirrdischen Erweiterungsbaus. Im Hintergrund: die Skyline der Stadt Frankfurt. Das Museum machte Johann Friedrich Städel mit seinem Testament möglich. Sein Erbe für die Bürgerschaft lebt bis heute weiter. Foto: Städel Museum
© Städel Museum

Berühmte Vermächtnisse

Johann Friedrich Städel

„Zum Besten hiesiger Stadt und Bürgerschaft“, so schrieb es Johann Friedrich Städel 1815 in sein Testament. Ein echter Glücksfall für Frankfurt! Denn mit seinem Erbe gründete der Bankier und Händler die erste bürgerliche Museumsstiftung in Deutschland – heute bekannt als Städel Museum. Städel selbst lebte zurückgezogen, blieb unverheiratet und kinderlos. Als Mensch der Aufklärung galt seine Leidenschaft der Kunst und der Bildung. So wurde „Kunst für alle“ zum Motto seines Letzten Willens. Dabei bewies Städel Mut und Fantasie, sein Erbe einer Stiftung zu hinterlassen, die es noch gar nicht gab. Sein Vermögen und sein Besitz sollten allein der Bürgerschaft gehören. Das war bahnbrechend – und sorgte für Wirbel vor Gericht. Mehr als ein Jahrzehnt dauerte der Rechtsstreit. Erst 1896 wurde im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt, dass auch noch nicht existierende juristische Personen erbberechtigt sind. Auch heute wäre das Städel ohne privates Engagement nicht denkbar. Die beschenkten Bürger halten das Erbe lebendig.

61.000

Die Zahl

Also doch! Geld kann glücklich machen. Jedenfalls solange es nicht zu viel ist. Gut 61.000 Euro netto im Jahr beträgt das optimale Haushaltseinkommen. Wer mehr hat, empfindet weder mehr Glück noch weniger Stress. Das haben die Forscher Angus Deaton und Daniel Kahneman herausgefunden. Warum? Das können auch die Wirtschaftsnobelpreisträger nur vermuten. Vielleicht, so schreiben sie, sei dies eine Schwelle, über der es nicht mehr möglich sei, das zu tun, was am meisten für das emotionale Wohlbefinden zähle: Zeit mit der Familie verbringen, Krankheit und Schmerz vermeiden oder die freie Zeit genießen.

Schon gewusst?

Schenkung

Schenken, Geschenk, Schenkung – das klingt für Laien ähnlich. Sprechen Experten aber von einer Schenkung, meinen sie die Übertragung von Vermögen zu Lebzeiten. Ein größerer Geldbetrag zum Beispiel, ein Haus oder der Familienschmuck. Schenker und Beschenkter schließen dabei einen Vertrag, der notariell beurkundet sein muss. Der eine gibt, der andere nimmt – und zwar ohne Gegenleistung. Das hat Vorteile: So lässt sich etwa die Verteilung des Vermögens beeinflussen und die Erbschaftssteuer reduzieren. Aber Achtung! Der Schenker verliert das Eigentum an der verschenkten Sache. Wer sicher gehen möchte, sollte sich daher bestimmte Rechte, wie etwa das Wohnrecht, oder Rückforderungsrechte vorbehalten. Denn: Wiederholen ist in aller Regel gestohlen und nur in Ausnahmefällen möglich.

Michael Beuger, Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE

Ausblick März 2018 Familie

Prinzip Apfelbaum. Magazin über das, was bleibt. Ausgabe 2: FAMILIE. Ein Kind turnt, die Füße in die Luft, den Kopf in den Kissen, auf seinem mit Blumenmuster bezogenem Bett herum. Familie, das bedeutet sich freuen, wetteifern, streiten, versöhnen. Thema unserer nächsten Ausgabe ab März 2018. Foto: Paolo Pellegrin / Magnum Photos / Agentur Focus

Das Erbe verpflichtet: Historiker Michael Wolffsohn über seine Familiengeschichte

Gut, dass es Oma und Opa gibt. Wie Großeltern Werte weitergeben

Wie spricht man mit den Kindern über den Tod und das, was einmal bleiben soll?

Nichts
verpassen!
NewsletterJetzt abonnieren