Ratgeber

Ehrenamt im Ruhestand: Eine ältere deutsche Frau zeigt drei pakistanischen Frauen Fotos auf ihrer Kompaktkamera. Ehrenamtliches Engagement im Alter vermittelt u.a. der Senior Expert Service, Freiwilligenagenturen oder gemeinnützige Organisatonen und Stiftungen. Foto: SES Bonn

Engagiert im Ruhestand:
So glückt der Weg ins Ehrenamt

Ehrenamt statt Ruhestand. Für viele ist das eine Glücksformel, wenn es beruflich nichts mehr zu tun gibt. Bei der Suche nach der passenden Tätigkeit helfen Freiwilligenagenturen, der Senior Expert Service oder Mehrgenerationenhäuser.

Wer sich aus dem Berufsleben in die Rente verabschiedet, empfindet nicht selten eine Leere im Alltag. Plötzlich ist da viel freie Zeit, Wissen und Tatendrang, während die täglichen Herausforderungen und der Austausch fehlen. Kein Wunder, dass viele Ruheständler nach neuen Aufgaben suchen und sich im Alter aktiv für den guten Zweck einsetzen möchten.

Damit sind sie in guter Gesellschaft. Fast die Hälfte der 65- bis 85-Jährigen engagiert sich bereits unentgeltlich. Und noch ein Ergebnis liefert die aktuelle Generali Altersstudie: Ältere Menschen sind mehrheitlich optimistisch, aktiv und motiviert. Sie fühlen sich meist deutlich jünger als sie sind. Hier schlummert eine Menge Energie, die in gemeinnützigen Einrichtungen, Vereinen oder Projekten dringend gebraucht wird.

Der Gewinn ist dabei alles andere als einseitig. Auch wer Gutes tut, bekommt eine Menge zurück. Anderen zu helfen und Erfahrungen weiterzugeben, macht Spaß. Es führt Menschen zusammen, bringt Anerkennung und neues Wissen. Nicht ohne Grund betonen Ehrenamtliche oft, wie glücklich sie ihre Aufgabe macht. Auch neue Studien der Glücksforschung belegen, dass Schenken glücklich macht.

Ehrenamt im Ruhestand: Älterer Mann inmitten von Schülerinnen und Schülern bei der PC-Nachhilfe. Der SES-Experte KLaus Berger, ehemaliger IT-Projektmanager, zeigt Viertklässlern, wie man sich im Internet bewegt. Foto: SES-Bonn

Das richtige Ehrenamt finden

Die Angebote für aktive Rentner und Pensionäre sind zahllos: Sie können Kindern vorlesen, Computer-Nachhilfe geben, durchs Museum führen, in der Kleiderkammer aushelfen, Pflegebedürftige besuchen, Behördengänge für Ältere erledigen oder Sprachkurse für Flüchtlinge anbieten.  Damit der Weg in Ehrenamt glückt, sollte sich Sie sich zunächst fragen: Was treibt mich an? Was mache ich gerne? Möchte ich Menschen anleiten, anderen helfen oder lieber mit Technik arbeiten? Möchte ich Erfahrungen einbringen oder etwas Neues lernen? Bin ich ein Vereinsmensch oder ein Einzelkämpfer? Und nicht zuletzt: Wie viel Zeit möchte ich aufwenden? Eine gute Starthilfe dafür gibt die Aktion Mensch mit dem Engagement-Finder.

Für den Einstieg

Wer noch nicht weiß, welches Ehrenamt zu ihm passt, kann es mit dem Engagement-O-Mat herausfinden. Dazu gibt es gleich konkrete Vorschläge, wo man sich einbringen kann.

Ehrenamtsbörsen vermitteln Angebote im Internet

Die meisten Ruheständler finden direkt in ihrer Umgebung eine Menge Möglichkeiten, sich einzubringen. Auf dem Dorf und in kleinen Städten, ist der Kontakt leicht geknüpft. Andernorts hilft ein Blick ins Internet. Fast jeder Landkreis und jede größere Stadt, aber auch Wohlfahrtverbände oder Kirchengemeinden bieten online Freiwilligenbörsen oder Ehrenamtsportale. Angebote aus ganz Deutschland führt die Freiwilligen-Datenbank zusammen.

Engagement-Finder

Die Freiwilligen-Datenbank enthält Engagement-Angebote aus allen Teilen der Republik. Einfach Postleitzahl eingeben und Tätigkeitsfelder wählen. Fertig.

Freiwilligenagenturen beraten persönlich

Wer sich lieber persönlich beraten lassen möchte, wendet sich an eine Freiwilligenagentur in seiner Nähe. Es gibt sie nahezu überall. Sie heißen Freiwilligenbörse, Ehrenamtszentrum, Tatendrang oder BürgerAktiv. Sie kennen die Angebote vor Ort genau und helfen dabei, Fähigkeiten und Ideen an der richtigen Stelle einzubringen. Freiwilligenagenturen beraten, geben Antwort auf alle Fragen zu Versicherungsschutz oder Kostenerstattung und helfen, wenn es einmal Probleme gibt.

Freiwilligenagenturen in der Nähe

Lokale Freiwilligenagenturen in Ihrer Nähe helfen bei der Suche. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen kennt über 500 Adressen in ganz Deutschland und nennt Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner – leicht auffindbar im Agenturatlas.

Mehrgenerationenhäuser sind offen für alle

In vielen Orten in Deutschland gibt es Mehrgenerationenhäuser, die Begegnungsstätten für die ganze Nachbarschaft sind. Hier helfen Jüngere den Älteren und umgekehrt. Für die verschiedensten Angebote – Sprachtandems, Kochkurse, Nachhilfe, Werkstätten, Nachmittagsbetreuung, Kreativprojekte – werden freiwillige Helfer jeden Alters gesucht. Der so genannte Offene Treff macht den Einstieg ins Ehrenamt leicht. Wer Berührungsängste hat, kann erst einmal vorhandene Angebote nutzen, Kontakte knüpfen und dann schauen, wie er sich einbringen kann.

Offener Treff für alle

Mehrgenerationenhäuser sind Begegnungsorte für Menschen jeden Alters und laden alle dazu ein, sich einzubringen. Bei der Suche nach einem Haus in Ihrer Nachbarschaft hilft das Bundesfamilienministerium auf mehrgenerationenhaeuser.de.

Gemeinnützige Organisationen setzen auf ehrenamtliche Helfer

Häufig vergessen: Auch viele große Organisationen setzen auf helfende Hände. Schlägt ihr Herz also für eine gute Sache, dann schauen Sie auf die Internetseiten des gemeinnützigen Vereins oder der Stiftung ihrer Wahl. Egal ob Nothilfe, nachhaltige Entwicklung, Bildung, Umweltschutz, Menschenrechte, Wissenschaft, Kultur, Gesundheit oder Sport – engagierte Menschen mit Berufs- und Lebenserfahrung werden zum Beispiel zum Spendensammeln, für Mitmachaktionen und Infostände gesucht.

Senior Expert Service vermittelt Fachkräfte im (Un-)Ruhestand

Wer weiterhin aktiv am beruflichen Leben teilhaben, kann sich an den Senior Expert Service wenden. Der SES vermittelt ehrenamtliche Fach- und Führungskräfte im Ruhestand in alle Teile der Welt und in Deutschland. Mit Ihrem Expertenwissen können Sie zum Beispiel kleinere Unternehmen, Behörden, Krankenhäuser oder Schulen unterstützen oder den Nachwuchs hierzulande fördern. Zurzeit besonders gesucht: Fachleute aus dem Handwerk, aus Ausbildung, Elektrotechnik, Kunststoff, Maschinenbau oder Medizin.

Für Fachkräfte im Ruhestand

Der Senior Expert Service mit Sitz in Bonn entsendet Fach- und Führungskräfte im Ruhestand ins In- und Ausland. Die Aufnahme in die Datenbank ist kostenlos. Registrierung und Informationen gibt es auf www.ses-bonn.de.

FOTOS: SES Bonn