DAHW
Vor 70 Jahren, 1955, reisen der Journalist Franz Graf Magnis und der Theologiestudent Richard Recke durch Äthiopien und erleben dabei das Leid der Leprakranken. Zurück in Deutschland schreibt Graf Magnis eine Reportage, in der er Menschen mit sogenannten „Löwengesichtern“ beschreibt und solche, die eine Hand oder einen Fuß verloren haben. Die Veröffentlichung in mehreren Zeitungen löst eine Welle der Hilfsbereitschaft aus: Es gehen genug Spenden ein, um eine Leprastation im äthiopischen Bisidimo einzurichten. Zwei Jahre später gründen Graf Magnis und Recke gemeinsam mit Irene und Hermann Kober und drei weiteren Engagierten das „Deutsche Aussätzigen-Hilfswerk“, das DAHW. Es geht darum, „den Verlassenen und Ausgestoßenen zu helfen, diese einst so gefürchtete und fürchterliche Krankheit, den Aussatz, die Lepra, zu heilen“, wie es Kober formuliert. Schon bald starten Projekte auch in Asien, Lateinamerika und anderen Teilen Afrikas. Das DAHW ist auch beteiligt, als schließlich 1981 ein Medikament gegen Lepra gefunden wird.
2003 wird das Hilfswerk umbenannt in DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe. Das Engagement richtet sich längst nicht mehr allein auf Lepra, sondern auch auf andere vernachlässigte Tropenkrankheiten und Tuberkulose – Krankheiten also, von denen überwiegend Menschen mit geringem Einkommen betroffen sind, die kaum Zugang zu medizinischen Dienstleistungen haben. Bis heute wird die Arbeit der DAHW zu großen Teilen durch Spenden und Nachlässe finanziert.