Christoffel-Blindenmission
Als der junge deutsche Pastor Ernst Jakob Christoffel ins Osmanische Reich reist, um die Leitung zweier Waisenheime zu übernehmen, berührt ihn vor allem das Elend der blinden Menschen. Zurück in der Heimat sammelt er Geld bei Unterstützerinnen und Unterstützern. 1908 reist er erneut ins Osmanische Reich und gründet die „Christliche Blindenmission im Orient“. Im Osten der heutigen Türkei baut er ein Heim für blinde, körperlich beeinträchtigte und verwaiste Kinder auf. Sein Engagement in Malatya muss Christoffel 1919 beenden, weil er als Deutscher ausgewiesen wird. Doch er gibt nicht auf und gründet einige Jahre später zwei neue Heime für Kinder mit Behinderungen, diesmal in Persien. Wieder kommt ihm der Krieg dazwischen: 1943 wird Christoffel als Deutscher von den Alliierten gefangen genommen. Erst 1951 kann er zurückkehren. Er ist bereits 75 Jahre alt, als er noch einmal in Isfahan eine Schule für blinde und anders behinderte Menschen gründet. Als er stirbt, droht auch die Blindenmission zu enden. Doch 1961 übernehmen in Deutschland Magdalena und Siegfried Wiesinger die Leitung der Organisation, die nach Christoffels Tod in Christoffel-Blindenmission umbenannt wird. Dem Ehepaar gelingt es, Christoffels Arbeit in Isfahan auszubauen, augenmedizinische Hilfe anzubieten und den Spenderkreis enorm zu erweitern. Ab 1967 entstehen Hilfsprojekte auch in anderen Ländern – mit Erfolg: Heute ist die Christoffel-Blindenmission eine international anerkannte Fachorganisation, die sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern einsetzt.