Prinzip Apfelbaum - Magazin über das, was bleibt

No. 17 – RITUALE

No. 17 – RITUALE

Jahr für Jahr erinnert die Stadt Hiroshima an den Abwurf der Atombombe am 6. August 1945. Eines der Gedenkrituale: bunte Papierlaternen, die die Seelen der Opfer trösten sollen.
© Philip Jones Griffiths / Magnum Photos / Agentur Focus

Editorial

Rituale? Sind sie noch zeitgemäß? Überhaupt notwendig? Ganz bestimmt! Denn was wäre ein Geburtstag ohne liebevoll ausgesuchte Glückwunschkarten oder fröhlich gestaltete Facebook-Gimmicks? Was wäre Weihnachten ohne Kerzen und Glitzergirlanden? Das Treffen zweier Staatsoberhäupter, die sich nicht die Hand geben, wäre ein Desaster. Die Umarmung zur Begrüßung, wenn wir liebe Menschen wiedersehen, ist dagegen ein Glück.

Rituale geben uns einen Rahmen. Wie Leitplanken brauchen wir die kleinen und großen Zeremonien. Weil sie immer gleich sind, wissen alle Beteiligten, was zu tun ist. Die Gesten werden von allen verstanden. Das hilft uns vor allem in schweren Situationen, etwa wenn wir einen geliebten Menschen verlieren. Darum sind Sterbe- und Trauerrituale so wichtig. Gerade in der Corona-Pandemie mussten wir oftmals erleben, dass die Rituale des Abschieds uns bitter fehlten.

Auch in einer Gesellschaft, die sich heute so individuell ausprägt, sollten wir auf Rituale nicht verzichten. Denn sie stiften Gemeinschaft – wir begehen sie zusammen, sie sind unsere gemeinsamen Gewohnheiten, die uns lieb sind und gleichzeitig Orientierung geben.

Natürlich sollten wir uns fragen, welche Rituale wir wollen. Welche Traditionen wollen wir entsorgen, welche neu entdecken oder umgestalten? Und nicht zuletzt sollten wir erwägen, auch ganz neue Rituale für unsere Zeit zu schaffen.

Susanne Anger

Sprecherin der Initiative
"Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum"

Zum Titelbild

Jahr für Jahr erinnert die japanische Stadt Hiroshima an den Abwurf der Atombombe am 6. August 1945. Zu den alljährlichen Gedenkritualen gehören auch die bunten Papierlaternen, die die Menschen auf dem Fluss Ota schwimmen lassen. Sie sollen die Seelen der Opfer trösten.

Menschen

„Das ist ein zentraler Moment im Leben“

Wer geht schon gerne zu einer Beerdigung? Die ehemalige Staatssekretärin Anke Erdmann zum Beispiel. Sie erlebt Trauerfeiern als etwas Schönes. Nach ihrem Ausstieg aus der Kieler Landespolitik ließ sich die 49-Jährige zur Trauerrednerin ausbilden. Ein Gespräch darüber, was wir brauchen, um Abschied zu nehmen und Trost zu finden – und welche Rolle dabei Rituale spielen.

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Ist gerne auf dem Friedhof: die ehemalige Kieler Staatssekretärin Anke Erdmann.

Impulse

Das letzte Ritual

Wir versuchen, den Tod möglichst fern von uns zu halten. Doch gerade im Moment des Abschieds brauchen wir Rituale. Bei einer Beerdigung die nackte Erde zu sehen und eine Handvoll hinterher zu werfen, ist schmerzvoll. Aber es hilft, den Verlust zu begreifen. Warum es sich lohnt, alte Traditionen wiederzuentdecken und auch neue Formen zu finden.

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Blüten liegen verstreut auf einem Laken – Rituale der Trauer.

Wissenswertes

Was uns zusammenhält

Ohne Mythen und Rituale wäre das Entstehen komplexer Gesellschaften nicht möglich gewesen. Auch heute machen Zeremonien und symbolische Gesten selbst abstrakte Konzepte wie Meinungsfreiheit oder Gleichheit aller Menschen sinnlich erfahrbar. Wir sollten Rituale kritisch hinterfragen. Aufgeben sollten wir sie nicht.

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Händeschütteln als politisches Ritual: Gorbatschow und Reagan ratifizieren 1988 den INF-Abrüstungsvertrag.

Unsere Lieblinge

Lesetipp

Cover des Buches „Musenküsse. Die täglichen Rituale berühmter Künstlerinnen“ von Mason Currey

Isabel Allende sitzt schon am frühen Morgen geschminkt und in High Heels am Schreibtisch, Patti Smith schreibt lieber im Bett wie eine „Genesende“. Käthe Kollwitz verlangte von ihrer Familie absolute Ruhe, um sich konzentrieren zu können. Tamara de Lempicka vergnügte sich dagegen mit Drogen und zwanglosem Sex, bevor sie berauscht an die Arbeit ging. Der dritte Band der „Musenküsse“ widmet sich ganz den Gewohnheiten berühmter Künstlerinnen. Die 64 kurzen Berichte sind anekdotisch, oftmals amüsant, aber vor allem anregend. Denn das Buch richtet sich nicht nur an Voyeure von kreativen Prozessen. Es erinnert daran, dass wir alle unsere ganz persönlichen Rituale haben und auch brauchen.

Mason Currey: „Musenküsse. Die täglichen Rituale berühmter Künstlerinnen“. Sachbuch. Kein & Aber Verlag, 2019. 288 Seiten. 16 Euro.

Das Zitat

Der Schriftsteller Antoine de Saint-Exupèry
© Picture Alliance / dpa-Bildfunk
Die Riten sind in der Zeit das, was das Heim im Raume ist. Es ist gut, wenn uns die verrinnende Zeit nicht als etwas erscheint, was uns verbraucht, sondern als etwas, das uns vollendet.

ANTOINE DE SAINT-EXUPÈRY

1900 - 1944, Schriftsteller

Menschen für Menschen-Gründer Karlheinz Böhm 1981 in der ZDF-Show
© Peter Smolka / Menschen für Menschen

Ideen, die bleiben

Menschen für Menschen

“Wut ist das Hauptmotiv für meine Arbeit – Wut über die Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich“, sagte der Schauspieler Karlheinz Böhm einmal. 1976 war er auf einer Urlaubsreise in Kenia mit der großen Armut in Afrika konfrontiert worden. Er hatte sich von Hotelangestellten in ihr Dorf mitnehmen lassen – eine Erfahrung, die das Leben des damals 48-Jährigen verändern sollte. 1981 trat er in der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ auf und wettete gegen die Zuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz, dass nicht einmal jeder Dritte von ihnen, eine D-Mark, sieben Schilling oder einen Franken für die Menschen in der Sahelzone spenden würde. So kamen 1,2 Millionen Mark zusammen, mit denen Böhm die Stiftung Menschen für Menschen gründete, um die Lebensbedingungen der Menschen in Äthiopien zu verbessern. 40 Jahre ist das her. Die Organisation setzt weiterhin auf integrierte, nachhaltige Hilfe zur Selbstentwicklung in den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen. Rund 6 Millionen Menschen in Äthiopien haben bereits davon profitiert.

77,37

Die Zahl

Rituale können uns helfen, Ängste zu überwinden. Die Harvard-Psychologin Alison Wood Brooks forderte Studienteilnehmer auf, vor Publikum zu singen. Vor Aufregung ging der Puls der Probanden im Schnitt von knapp 75 Schlägen pro Minute hoch auf über 80. Dann führte die Hälfte von ihnen ein kleines Ritual durch: Sie sollten zeichnen, wie sie sich fühlen, Salz auf das Blatt streuen, bis fünf zählen und es dann wegwerfen. Mit Erfolg: Die Teilnehmer hatten weniger Angst. Ihr Puls verlangsamte sich auf 77,37 Schläge pro Minute. Und sie sangen besser!

Schon gewusst?

Schikanen im Testament

Wer ein Testament verfasst, darf Bedingungen stellen. Der Erblasser kann beispielsweise verlangen, dass der Erbe die Erbschaft erst antreten darf, wenn er ein bestimmtes Alter erreicht hat. Auch auflösende Bedingungen, bei denen die Erbschaft nur anfallen soll, wenn der Erbe sich in einer bestimmten Art und Weise verhält, sind zulässig. Allerdings gibt es hier Grenzen. Unzulässig sind solche Bedingungen, die Druck oder Zwang auf den Erben ausüben oder gegen sittliche Normen verstoßen. In solchen Fällen können Erben das Testament anfechten. Sie können Bestimmungen, die ihnen nicht nur Handlungsmöglichkeiten vorgeben, sondern schon nötigende Wirkung auf ihre Entscheidungsfreiheit haben, als Schikane zurückweisen. So greift beispielsweise die Bedingung, der Angehörige solle das Erbe nur erhalten, wenn er sich von seinem Ehepartner scheiden lässt, in sittenwidriger Weise in seine Entscheidungsfreiheit ein und ist daher unwirksam.

Michael Beuger, Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE

Ratgeber

Trauerrituale: Eine ältere Frau erklärt ihrer Familie, wie sie sich ihr eigenes Ende wünscht.

Bestattung: Das eigene Ende selbst bestimmen

Es kostet etwas Überwindung. Doch wer zu Lebzeiten seine eigene Bestattung plant, kann seine Angehörigen entlasten. Ob eine Feuer-, Erd-, Baum- oder Seebestattung gewünscht ist, welche Gäste einzuladen sind – darüber sollte man rechtzeitig mit den Menschen sprechen, die diese Wünsche einmal umsetzen werden.

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Trauerrituale: Eine ältere Frau erklärt ihrer Familie, wie sie sich ihr eigenes Ende wünscht.
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Bestattung: Das eigene Ende selbst bestimmen

Es kostet etwas Überwindung. Doch wer zu Lebzeiten seine eigene Bestattung plant, kann seine Angehörigen entlasten. Ob eine Feuer-, Erd-, Baum- oder Seebestattung gewünscht ist, welche Gäste einzuladen sind – darüber sollte man rechtzeitig mit den Menschen sprechen, die diese Wünsche einmal umsetzen werden.

Wenn jemand stirbt, stehen die Angehörigen vor schwierigen Entscheidungen. Wo soll der Tote bestattet werden? Auf dem Friedhof, unter einem Baum oder auf hoher See? Soll es eine große Trauerfeier geben oder eine Beisetzung im kleinen Kreis? Soll eine Pastorin oder ein Pastor sprechen? Und wenn nicht, wer sonst? Doch vor allem stellt sich die Frage: Was hätte der Tote sich gewünscht?

Wer seinen Liebsten solche kräftezehrenden Abwägungen ersparen möchte, sollte sich rechtzeitig mit dem Thema Bestattung auseinandersetzen und zumindest Grundsätzliches klären.„Ein guter Anfang ist, frühzeitig und möglichst entspannt über das eigene Ende zu sprechen – mit engen Freunden oder Familienmitgliedern“, rät Anne Kriesel, Gründerin der Online-Plattform Bohana, die über Trauer, alternative Bestattungen und Vorsorgemöglichkeiten informiert.

Eine Seebestattung: Ein Blumenkranz schwimmt auf dem Meer.

Über die persönlichen Wünsche sprechen

Im Gespräch mit vertrauten Menschen kann man sich darüber klar werden, wie man sich eine gelungene Bestattung vorstellt. Man sollte die Gelegenheit nutzen, seine eigenen Wünsche denjenigen mitzuteilen, die diese zur gegebenen Zeit umsetzen werden, und dabei auch zu erfahren, welche Bedürfnisse sie für den Trauerfall haben. Wer sich beispielsweise mit einer Baumbestattung in der Natur auflösen möchte, muss bedenken, dass seine Angehörigen für ihre Trauer vielleicht eine Grabstelle brauchen. „Sich über ein Thema auszutauschen, das meistens Tabu ist, ist schwer. Aber alles, was besprochen und geklärt ist, macht es am Ende etwas leichter“, so Kriesel.

Idealerweise entstehen im Laufe eines solchen Gesprächs neue Ideen für ganz persönliche Rituale, die die Hinterbliebenen über den Tod hinaus mit ihren Liebsten verbinden können. Man kann etwa überlegen, welche Lieder auf einer Trauerfeier der gesamten Familie gut tun würden. „Meine Tochter möchte mir zum Beispiel eine ganz persönliche CD in den Sarg legen“, sagt Anne Kriesel. „Ich finde es schön, dass sie einen Plan hat, der uns verbindet. Dieses Ritual wird sie hoffentlich stärken, wenn es soweit ist.“

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Friedhofzwang in Deutschland

Tatsächlich gibt es bei der Ausgestaltung von Bestattungen mehr Möglichkeiten, als die meisten meinen. Grenzen setzen lediglich die Bestattungsgesetze. Während es in den Niederlanden zum Beispiel erlaubt ist, die Urne samt Asche einer verstorbenen Person nach Hause oder auch an einen anderen Ort mitzunehmen, gilt in Deutschland der sogenannte Friedhofszwang: Die physischen Reste eines toten Menschen dürfen ausschließlich an einem Ort aufbewahrt werden, der diesem Zweck gewidmet ist.

Begründet wird der Friedhofszwang damit, dass ein Grab öffentlich zugänglich sein sollte, damit jeder Mensch dort trauern kann. Nur die Seebestattung ist traditionell davon ausgenommen. Inzwischen zählen aber auch Friedwälder und Urnenkirchen zu den erlaubten Orten. Außerdem gehen mittlerweile einige Bundesländern zaghaft neue Wege: In Bremen ist es seit 2015 relativ problemlos möglich, die Asche Verstorbener auf Privatgrundstücken beizusetzen. Auch Nordrhein-Westfalen und Berlin haben ihre Gesetze liberalisiert.

Bunte Urnen für individuelle Vielfalt bei der Bestattung.

Asche ins Ausland überführen

Längst umgehen viele den Friedhofszwang, indem sie die Urne legal ins Ausland überführen bzw. den Leichnam im Ausland einäschern lassen. Bringt man die Asche zurück nach Deutschland, muss sie per Gesetz auf einem Friedhof aufbewahrt werden. Überprüfen lässt sich das aber kaum. Auch die Herstellung von Erinnerungsdiamanten aus Totenasche ist in Deutschland nicht erlaubt, kann aber legal im Ausland erfolgen. Die Regelungen dazu, ob ein solcher Diamant nach der Einführung nach Deutschland einer Beisetzungspflicht unterliegt, sind von Bundesland zu Bundesland verschieden und nicht immer eindeutig formuliert.

Erben setzen die Bestattungswünsche um

Wer seine Wünsche zur eigenen Beisetzung schriftlich festhalten will, kann dies mit einer Bestattungsverfügung tun. Für den Fall, dass eine gemeinnützige Einrichtung als Erbe vorgesehen ist, kann auch diese die Bestattungswünsche umsetzen. Wichtig ist in diesem Fall, rechtzeitig mit der Organisation zu sprechen. Denn die Testamentseröffnung findet meist lange nach der Bestattung statt. Generell empfiehlt es sich, die Bestattungsverfügung nicht mit dem Testament aufzubewahren, sondern im Familien- oder Stammbuch. Dieses Dokument brauchen die Angehörigen im Todesfall als erstes.

Auch aus organisatorischer Sicht ist es von Vorteil, wenn die Angehörigen mit in die Planung einbezogen werden und Bescheid wissen. Das gilt auch, falls sich die Wünsche ändern. Ist nicht festgelegt, welche Person sich nach dem Tod um die Bestattung kümmern soll, gilt die gesetzliche Regelung des jeweiligen Bundeslandes. Zunächst ist der Ehepartner verantwortlich, dann die Kinder. Die Rangfolge, wann die Enkelkinder, Eltern, Großeltern und Geschwister in die Pflicht genommen werden, ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Entscheidungen im Trauerfall

  • Die Bestattungsart: Ob man sich für eine Feuer- oder Erdbestattung entscheidet, prägt auch die Gestaltung der Trauerfeier. Bei einem anonymen Grab oder einer Seebestattung bleiben die Angehörigen ohne einen Ort der Erinnerung.
  • Friedhof oder Friedwald? Gemeinschafts- oder Einzelgrab? Mit der Verwaltung kann schon im Vorfeld die konkrete Grabstätte gewählt werden. Manche möchten in der Nähe von verstorbenen Familienmitgliedern ihre Ruhe finden.
  • Die Wahl der Gäste kann heikel sein. Soll es eine öffentliche oder eine private Beerdigung werden? Gibt es Menschen, die unerwünscht sind?
  • Welcher Sarg, welche Urne, welcher Grabstein? Wer sich rechtzeitig über seine Wünsche zu Material, Farbe und Gestaltung äußert, erleichtert seinen Hinterbliebenen die Wahl.
  • Wer Wert auf eine Trauerrede legt, kann zu Lebzeiten bestimmen, wer diese halten soll und sogar selbst eine verfassen.
  • Soll Musik gespielt werden? Falls ja, wann, wo und welche? Es empfiehlt sich, den genauen Titel und Interpreten anzugeben, um Verwechslungen zu vermeiden.

TEXT: Lars Klaaßen
FOTOS: Kampus Productions / Pexels,  SanerG / iStock, Brothers_Art / iStock

Paarrituale: Zu zweit auf dem Tandem.

Paarrituale: Bloß keine leere Routine!

Paare brauchen Rituale, um einem großen Gefühl Ausdruck zu verleihen. Aber auch, um eine Liebe durch die Jahre zusammenzuhalten. Was es dazu braucht und wie das gelingt, hat uns Cornelia Theresia Rahl erzählt. In ihrer Coaching-Praxis hilft sie Paaren, ihre eigenen Rituale zu finden und zu pflegen.

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Paarrituale: Bloß keine leere Routine!

Paare brauchen Rituale, um einem großen Gefühl Ausdruck zu verleihen. Aber auch, um eine Liebe durch die Jahre zusammenzuhalten. Was es dazu braucht und wie das gelingt, hat uns Cornelia Theresia Rahl erzählt. In ihrer Coaching-Praxis hilft sie Paaren, ihre eigenen Rituale zu finden und zu pflegen.

Warum sind Rituale für Paare so wichtig?

Bei unserer Arbeit mit Paaren zeigt sich immer wieder, dass Rituale die Paare verbinden und die Beziehung festigen. Viele berichten, dass sie sich durch gemeinsame Rituale zusammengehörig und geborgen fühlen.

Können Sie Beispiele für gut funktionierende Rituale nennen?

Indem wir jeden Abend fragen, „Wie war Dein Tag?“ zeigen wir dem Partner, dass wir an ihm und seinem Leben interessiert sind. Kleine, regelmäßige Gesten wie der morgendliche Abschiedskuss oder eine liebevolle Nachricht zwischendurch lassen sich gut in den Alltag integrieren. Ein Paar, das bei uns im Coaching war, verabredet sich jede Woche zu einer „Date Night“. An diesem Abend verbringen sie die Zeit ausschließlich miteinander, ohne Ablenkung. Viele Paare pflegen auch größere Rituale wie einen Ausflug am Jahres- oder Hochzeitstag. Mein Mann und ich sind an unseren Geburtstagen immer den ganzen Tag zusammen. Rituale funktionieren immer dann gut, wenn sie für das jeweilige Paar stimmig sind und in ihren Alltag passen.

Wie entstehen Paarrituale?

Im Laufe der Zeit entwickelt jedes Paar unbewusst seine ganz eigenen Rituale. Die einen kochen beispielsweise am Wochenende gemeinsam, die anderen verabreden sich täglich zu einem kleinen Abendspaziergang. Rituale können sich auch immer wieder ändern. Mal fallen welche weg, ohne dass man es merkt. Dann entstehen wieder neue. Paare können auch ganz bewusst Rituale schaffen. Das ist mit etwas Arbeit verbunden, weil man am Anfang dran denken muss, bis sie irgendwann zur Gewohnheit geworden sind.

Ein Paar tanzt versunken zuhause. Paarrituale beleben die Beziehung.

Wie schafft man es, Rituale auch in stressigen Zeiten zu pflegen?

Rituale können nur dann bestehen, wenn sie in den Alltag des Paares passen. Wenn man eigentlich jeden Tag zum Abendessen zusammenkommen möchte, aber einer der Partner sehr häufig Abendtermine hat oder keinen geregelten Feierabend, wird dieses Ritual über kurz oder lang hinten runterfallen. Sich immer wieder bewusst zu machen, dass Rituale wichtig und eine Art Investition in die Beziehung sind, hilft vielen Paaren, sie auch zu pflegen. Wenn ein Ritual immer wieder vergessen wird, ist es für das Paar vielleicht nicht das richtige. Oft hilft es dann, ein anderes zu erschaffen, das besser in den Alltag und zum jeweiligen Paar passt.

Sind Frauen oder Männern besser darin, Rituale zu pflegen?

Wenn es um alltägliche Rituale geht, können wir kaum Unterschiede erkennen. Bei den größeren Ritualen, die alle paar Monate oder einmal jährlich stattfinden, haben wir viele Männer als „vergesslicher“ wahrgenommen. Ihnen hilft es, sich eine Erinnerung in den Kalender zu schreiben.

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Wie können Paare verhindern, dass Rituale zur leeren Routine werden?

Wir ermutigen Paare, das anzusprechen, wenn ein Ritual für die eine Seite nur noch eine leere Routine und Belastung ist. Hier ist allerdings Fingerspitzengefühl gefragt. Denn eventuell ist das Ritual für die Partnerin oder den Partner sehr wichtig und es infrage zu stellen, kann die Beziehung bedrohen.

Können Rituale auch dabei helfen, mit Konflikten besser umzugehen?

Viele Paare pflegen Streitrituale, die nicht sehr konstruktiv sind. Bei einem harmlos beginnenden Gespräch kippt plötzlich die Stimmung und es endet in einem Streit. Meist ist unklar, was passiert ist.

In unserem Coaching geht es viel um Kommunikation, damit Paare neue Streitrituale entwickeln: Sie schauen zuerst, welchen Anteil sie selbst daran haben, dass die Stimmung gekippt ist. Eventuell hat der Partner oder die Partnerin einen wunden Punkt erwischt, von dem er oder sie nichts weiß. Und dann sollte man schauen, wie es dem oder der anderen in dem Moment geht. Ob er oder sie vielleicht gerade einfach gestresst ist oder genervt von etwas ganz anderem.

Gibt es auch Rituale, die einer Beziehung schaden können?

Alle Rituale, die zu leeren Routinen geworden sind, haben das Potenzial, eine Belastung für die Beziehung zu werden. Das Gleiche gilt auch für Rituale, die sich ein Partner wünscht, die für den anderen allerdings nicht stimmig sind. Ein negatives Ritual ist auch, wenn sich nach einem Streit ein Partner zurückzieht und tage- oder wochenlang nicht mehr mit dem anderen spricht. Ein Paar hat uns berichtet, dass die eine Seite schon deshalb immer nachgibt, um nicht tagelang angeschwiegen zu werden.

Professionelle Hilfe

Wenn ein Paar es alleine nicht schafft, aus belastenden Verhaltensmustern rauszukommen, empfiehlt sich professionelle Hilfe. Adressen von Therapeutinnen und Therapeuten finden sich etwa auf Paartherapeut-finden.de, über den Arbeitskreis Paar- und Psychotherapie oder das Institut für Paartherapie.

Was raten Sie Paaren in solchen Fällen?

Vielen Paaren hilft es, sich bewusst zu machen, dass der Partner oder die Partnerin diese Verhaltensmuster nicht absichtlich nutzt, um den anderen zu beleidigen oder einen Streit vom Zaun zu brechen. Wer erkennt, dass dahinter oft eine Hilflosigkeit steht und dass der oder die andere sich im Moment nicht anders artikulieren kann, kann aus diesen Verhaltensmustern ausbrechen. Und vor allem: Man sollte nicht vergessen, seine Aufmerksamkeit immer wieder auch auf die positiven Seiten der Partnerin oder des Partners zu richten.

GESPRÄCH: Kristina Simons
FOTOS: FatCamera / iStock, Studio Firma / Stocksy

Die Familie versammelt sich am Esstisch – seit Generationen, wie das alte Schwarz-Weiß-Foto zeigt.

Rituale in der Familie: Zeit für einander

Rituale strukturieren den Alltag in der Familie und sorgen dafür, dass alle regelmäßig zusammenkommen – ob zur täglichen Mahlzeit oder zu großen Familienfesten. So schaffen Rituale Zusammenhalt, auch wenn man weit entfernt voneinander lebt. Und es ist nie zu spät, neue Familientraditionen zu schaffen!

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Die Familie versammelt sich am Esstisch – seit Generationen, wie das alte Schwarz-Weiß-Foto zeigt.
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Rituale in der Familie: Zeit für einander

Rituale strukturieren den Alltag in der Familie und sorgen dafür, dass alle regelmäßig zusammenkommen – ob zur täglichen Mahlzeit oder zu großen Familienfesten. So schaffen Rituale Zusammenhalt, auch wenn man weit entfernt voneinander lebt. Und es ist nie zu spät, neue Familientraditionen zu schaffen!

Die Corona-Pandemie, Homeschooling und Homeoffice haben in vielen Familien den täglichen Rhythmus aus dem Takt gebracht. Wer muss wann zur Schule oder zur Arbeit, wann sind alle wieder zuhause und wann wird gegessen – plötzlich zeigt sich, wie wichtig diese eingespielten Routinen sind. „Rituale und Strukturen sind wie ein Geländer zum Festhalten, ein Anker im unsicheren Alltag“, sagt Petra von der Linde von den Elternbriefen der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung. Egal, ob fester Wochenplan oder tägliche Absprachen: „Hauptsache, es gibt Strukturen im Familienalltag. Dann wissen alle, woran sie sind.“

Familienidentität und soziale Kompetenz

Das Tischgebet vor dem Essen, der Film- oder Spieleabend mit der ganzen Familie oder das Kuchenrezept, das seit Uromas Zeiten von Generation zu Generation weitergereicht wird –­ all das sind verbindende Rituale. „Familienrituale haben eine zentrale Bedeutung für die familiäre Gemeinschaft. Sie schaffen Ordnung und bekräftigen Gefühle der Zusammengehörigkeit“, betont Christoph Wulf, Professor für Anthropologie und Erziehung an der Freien Universität Berlin. „Durch sie stellt sich die Familie selbst dar und festigt ihre innere Ordnung. Deswegen sind sie für die Herausbildung eines Familienstils und einer Familienidentität enorm wichtig sind.“

Bettrituale: Ein Großvater liest seinen Ekelkindern im Bett ein Buch vor.

Brücke zwischen den Generationen

Das gilt für die Kleinfamilie ebenso wie für die Großfamilie mit mehren Generationen. Denn viele unserer alltäglichen Rituale und Bräuche übernehmen wir aus unseren Herkunftsfamilien. Sie werden stetig weitergegeben und schlagen damit eine Brücke zwischen den Generationen. In ihnen wird gewissermaßen die Familiengeschichte weitererzählt. Eine besondere Rolle spielen dabei die Großeltern. Studien zeigen, dass während die Eltern sich vor allem um Schulnoten und die berufliche Zukunft der Kinder sorgen, die Großeltern eher Werte, Traditionen und Rituale weitergeben wollen.

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Wissen, was zu tun ist

Durch die jahrlange Wiederholung lernen die Enkelkinder, wie in der Tradition der Familie die großen Familienfeste ausgestaltet werden: wie das Essen zubereitet wird, was gegessen wird, welches gute Porzellan dazu aus dem Schrank geholt wird, welche Lieder gesungen werden und welche Spiele gespielt werden – zu Geburtstagen, zu Ostern und natürlich zu Weihnachten. Auch beim Übergang in einen neuen Lebensabschnitt spielen Rituale eine wichtige Roll. Einschulung, Konfirmation und Jugendweihe, Abifeier, Hochzeit, letzter Arbeitstag und schließlich der Tod – Rituale geben Halt in diesen einschneidenden Momenten, in denen sich das Leben erheblich verändert. Wir wissen, was zu tun ist. Die ritualisierten Feste sorgen zudem dafür, dass Familie und Freunde zusammenkommen und wir in diesen unsicheren Situationen nicht allein sind.

Weihnachtsrituale: Die Großeltern sitzen am Tisch und beobachten ihr Enkelkind.

Weihnachten ganz ohne Rituale?

Dennoch verlieren Familienrituale zunehmend an Bedeutung. Weihnachten, das wichtigste Familienfest hierzulande, wird von vielen als Inszenierung und als hohler Brauch empfunden. Nicht wenige verzichten auf Weihnachtsbaum und Kirchenbesuch. Doch Weihnachten ganz ohne Rituale? Der Erziehungswissenschaftler Wulf betont, dass gerade der Aufführungscharakter des Weihnachtsfestes wichtig ist, um als Ritual zu wirken. Kerzen, Weihnachtsbaum und Weihnachtslieder sind Teil einer theatralen Inszenierung. Umso mehr Haus oder Wohnung zu einer Art „sakralem Raum“ ausgeschmückt werden, desto mehr Bedeutung geben wir dem Ritual.

Offen für Veränderungen

Es sind also neue Ideen gefragt, wenn etwa die Köchin oder der Koch jedes Jahr eine Weihnachtsgans vorbereitet und frustriert feststellen muss, dass sich immer mehr Vegetarier am Tisch versammeln. Wieso nicht ein Weihnachtsbuffet ausprobieren, zu dem alle etwas beitragen? Auch in besonders konfliktbeladenen Familien bietet es sich an, nach Alternativen zu suchen. Die Großfamilie einer Freundin beispielsweise verzichtet inzwischen auf das gemeinsame Weihnachtsfest, um das regelmäßige Gestreite zu vermeiden. Stattdessen versammelt sich die ganze Familie nun Jahr für Jahr zum Geburtstag der Großmutter, ein mittlerweile fast ebenso ritualisiertes Fest, bei dem es keiner wagt, fern zu bleiben.

Denn wir können und sollten auch neue Rituale entwickeln, die zu unserer veränderten Lebenssituation passen. „Trotz aller Beharrlichkeit sind Familienrituale offen für Veränderungen“, so Wulf. „Der kontinuierliche Wandel vorhandener Schemata ist sogar wichtig. Ohne ihn kommt es zur Erstarrung in Stereotypen.“ Einige Bräuche werden irgendwann überflüssig – wie das abendliche Vorlesen –, andere verändern sich, neue werden ins Leben gerufen.

Gemeinsam Essen!

Gemeinsame Mahlzeiten sind für Familien ein wichtiges Ritual. „In vielen Familien stellen sie die einzige Möglichkeit dar, über Probleme und Erlebtes zu sprechen“, heißt es in der Studie Essensrituale von Familien in Deutschland. Entscheidend sei nicht nur das gemeinsame Essen, sondern auch die Abläufe rund um die Mahlzeiten, wie etwa schneiden, schälen und kochen, Tisch decken oder abräumen. So erlernten Kinder und Jugendliche kulturelle Gewohnheiten und Regeln, aber auch ein Bewusstsein für Lebensmittel.

Zusammengehörigkeit als Familie

Wenn die Kinder längst erwachsen sind und an verschiedenen Orten leben, kann zum Beispiel ein sommerlicher Ausflug mit der Großfamilie einmal im Jahr zu einem neuen Brauch werden, der den Zusammenhalt stärkt. Denn umso größer die Familie, desto wichtiger ist es, einen verbindlichen Rahmen zu haben, in dem alle zusammenkommen. Sich die Zeit füreinander nehmen und die Zusammengehörigkeit als Familie zum Ausdruck bringen – solche Rituale sollten wir in der Familie zelebrieren und genießen.

TEXT: Kristina Simons
FOTOS: Riekes Vater / Photocase, Bonninstudio / Stocksy, Anna Malgina / Stocksy

 

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