Prinzip Apfelbaum - Magazin über das, was bleibt

No. 15 – MUT

No. 15 – MUT

Der 74-jährge Skispringer Jan Willy Oskal tritt 2019 bei der Weltmeisterschaft der Skisprung-Veteranen Vikersund, Norwegen an. Wir brauchen Mut, um nach eigenen Vorstellungen zu leben, um aufzustehen und einzuschreiten.
© Jonas Bendiksen / Magnum Photos / Agentur Focus

Editorial

Kinder haben es einfacher. Sie haben magische Gefährten. Der tapfere Teddy und der Glücksdrache sprechen ihnen Mut zu: „Du kannst das! Hab Selbstvertrauen.“

Wann haben Sie das letzte Mal etwas richtig Mutiges getan? Erinnern Sie sich an das gute Gefühl? Wenn wir endlich gesprungen sind, obwohl es doch so fürchterlich hoch war. Wenn wir endlich das getan haben, was wir nie versucht haben und doch schon so lange ersehnten. Dann waren wir glücklich, zufrieden und stolz. Denn wir haben unsere Angst überwunden.

Mut und Angst gehören zusammen. Wer keine Angst hat, kann gar nicht mutig sein. Mut ist keine angeborene Charaktereigenschaft. Wir kommen nicht mutig auf die Welt, aber wir können mutig werden. Jeder von uns kann ein Held sein. Denn wenn uns etwas wirklich wichtig ist, haben wir auch den Mut, uns dafür einzusetzen. Wenn wir JA gesagt haben, obwohl ein NEIN viel bequemer gewesen wäre.

Hinsehen, sich verantwortlich fühlen. Eintreten für andere und für das eigene Leben. Das erfordert Mut, Selbstvertrauen. Dazu möchten wir Sie mit den Beiträgen in dieser Ausgabe ermutigen. Ich bin mir sicher: Oft braucht man am Anfang Mut, um am Ende glücklich zu werden.

Susanne Anger

Sprecherin der Initiative
"Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum"

Zum Titelbild

Skispringer beenden ihre Profi-Karriere meistens lange vor dem 40. Lebensjahr. Das heißt aber nicht, dass sie den Sport ganz aufgeben. Das Bild zeigt den 74-jährigen Jan Willy Oskal bei der Weltmeisterschaft der Skisprung-Veteranen in Vikersund, Norwegen (2019).

Menschen

Alt und voller Mut

Wenn in Deutschland gegen Rassismus und Antisemitismus demonstriert wird, sind sie immer häufiger dabei: die „Omas gegen Rechts“. Die älteren Frauen mit ihren Schildern fallen auf, mutig stellen sie sich rechten Aufmärschen entgegen. Zwei von ihnen sind die Erfurterin Gabriele Wölke-Rebhan und die Berlinerin Irmela Mensah-Schramm, die sich sogar „Ehren-Oma“ nennen darf: Sie macht seit 35 Jahren Jagd auf Nazi-Graffiti.

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Omas gegen Rechts protestieren gegen die AfD in Hamburg: Mutig stellen sich die älteren Frauen den Rechten entgegen.

Impulse

Nicht nur für Helden!

Der Stanford-Psychologe Philip Zimbardo hat sein Leben lang das Böse im Menschen erforscht – und dabei Formeln für das Gute entdeckt. Er ist überzeugt: Jeder kann ein Held sein und lernen, das Richtige zu tun. Und jede Heldentat beeinflusst auch andere Menschen in ihrem Handeln.

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Ein Superman- und ein Batman-Kostüm auf einer Wäscheleine: Jeder von uns kann Heldentaten vollbringen.

Wissenswertes

Ein guter Rat ans jüngere Ich

Am Ende ihres Lebens empfinden viele Menschen Reue: weil sie zu viel gearbeitet haben, weil sie zu wenig Zeit für andere hatten und weil sie sich zu selten erlaubt haben, glücklich zu sein. Oft fehlte der Mut, aus alten Gewohnheiten herauszutreten. Wie ein Brief an uns selbst dabei helfen kann, eine Veränderung anzustoßen.

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Eine Frau hält sich mit einem Lächeln Birnen an die Ohren. Es braucht Mut, glücklich zu sein.

Unsere Lieblinge

Lesetipp

Cover des Buches Findungen von Maria Popova

Es sind mutige Persönlichkeiten aus Kunst, Literatur und Wissenschaft, deren Lebenswege Maria Popova nachzeichnet: etwa der Astronom Johannes Keppler, der um 1609 die Umlaufbahn der Planeten berechnete, während seine Mutter als Hexe verurteilt wurde. Oder die Bildhauerin Harriet Hosmer, die Schriftstellerin Emily Dickinson und die Journalistin Margaret Fuller, die ihre Leitartikel in einer großen New Yorker Tageszeitung noch mit einem Stern unterschrieb, um nicht als Frau erkannt zu werden. Sie alle waren ihrer Zeit voraus, dachten das „Unvorstellbare“ und gingen trotz größter Widerstände ihren Weg. Zwischen den Jahrhunderten findet Popova überraschende Analogien und verwebt sie zu einer Geistesgeschichte – belesen und inspirierend.

Maria Popova: „Findungen“. Diogenes Verlag, 2020. 896 Seiten. 28 Euro.

Das Zitat

Der Schriftsteller Erich Kästner mit Katze
Foto: picture alliance/Hedwig Roslavlev/Keystone/Hedwig Roslavlev
„Erst wenn die Mutigen klug und die Klugen mutig geworden sind, wird das zu spüren sein, was irrtümlicherweise schon oft festgestellt wurde: ein Fortschritt der Menschheit.“

Erich Kästner

1899 – 1974, Schriftsteller

Der Gründer der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN Heli Dungler
© Herbert Höpfl/Vier Pfoten

Ideen, die bleiben

Vier Pfoten

Der Österreicher Helmut „Heli“ Dungler hatte eine Vision: Eine Welt, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Schon als Jugendlicher nahm er verletzte Vögel und Wildtiere auf und pflegte sie gesund. Der Umgang mit Tieren in Legebatterien, auf Pelztierfarmen, aber auch in Zirkussen entsetzte ihn. „Wer einmal in einer Pelztierfarm war, ist danach nicht mehr derselbe Mensch. Das ist Gewalt pur. Dieser Geruch von Angstschweiß und Exkrementen, den wirst du nie wieder los.“ Dungler arbeitete zunächst bei Greenpeace. 1988 gründete er schließlich mit Freunden die Organisation VIER PFOTEN, um sich ganz dem Tierschutz zu widmen – mit Erfolg: Legebatterien und Pelztierfarmen wurden in vielen europäischen Ländern abgeschafft. Doch der Visionär wollte mehr. Als begnadeter Netzwerker baute er VIER PFOTEN zu einer internationalen Organisation aus, die sich inzwischen weltweit für Wild-, Haus- und Nutztiere einsetzt und beispielsweise Schutzzentren für gerettete Wildtiere errichtet. Im Januar 2020 starb Heli Dungler, die von ihm gegründete Organisation kämpft weiter für das Wohl der Tiere.

90%

Die Zahl

In der U-Bahn oder auf der Straße wird jemand beleidigt oder sogar geschlagen und keiner schreitet ein? Der Bystander-Effekt ist gut untersucht: Je mehr Menschen anwesend sind, desto weniger fühlt sich der Einzelne verantwortlich. Doch Psychologen der Universität Lancaster geben Entwarnung, nachdem sie Bilder aus Überwachungskameras in Kapstadt, Amsterdam und Lancaster ausgewertet haben: In 90 Prozent der aufgezeichneten Konflikte schritt einer der Anwesenden ein. Und: Je mehr Menschen anwesend waren, desto eher war einer dabei, der half.

Schon gewusst?

Mündliche Erbversprechen

Es kostet einige Überwindung, doch es lohnt sich: mit den Erben persönlich darüber zu sprechen, wie man seinen Nachlass regeln möchte. Denn so lassen sich einige Missverständnisse und Enttäuschungen vermeiden. Mitunter werden in einem Erbengespräch auch Versprechen abgegeben. Die Tochter soll beispielsweise einmal den Schmuck bekommen, der älteste Enkel das gute Porzellanservice. Juristisch gesehen handelt es sich dabei um Schenkungen unter Lebenden, welche den Vorschriften über Verfügungen von Todes wegen unterstellt sind. Die Gegenstände sollen schließlich erst mit dem Tode des Schenkers auf den Beschenkten übergehen. Solche Schenkungen sind allerdings formbedürftig. Ein Versprechen wie „Du bekommst meinen Schmuck“ ist daher nur dann wirksam, wenn es beim Notar in gleichzeitiger Anwesenheit beider Parteien beurkundet wird. Ohne Beurkundung kann der Beschenkte keine Ansprüche auf den Gegenstand stellen, auch wenn er ihm einst versprochen worden war.

Michael Beuger, Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE

Ratgeber

Eine ältere Frau steht an einem Fernrohr im Grünen: im Alter einen neuen Lebenssinn finden.

Ruhestand: Ein neues Leben finden

Spätestens wenn sie sich auf den Ruhestand vorbereiten, wird den meisten Menschen bewusst, dass das Leben endlich ist. Ein guter Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen, die eigene Rolle zu hinterfragen und die nächsten Jahre vorzubereiten. Denn diese Lebensphase hat ihren eigenen, neuen Sinn und bietet viele Chancen.

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Eine ältere Frau steht an einem Fernrohr im Grünen: im Alter einen neuen Lebenssinn finden.
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Ruhestand: Ein neues Leben finden

Spätestens wenn sie sich auf den Ruhestand vorbereiten, wird den meisten Menschen bewusst, dass das Leben endlich ist. Ein guter Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen, die eigene Rolle zu hinterfragen und die nächsten Jahre vorzubereiten. Denn diese Lebensphase hat ihren eigenen, neuen Sinn und bietet viele Chancen.

Der letzte Arbeitstag ist für die meisten Menschen mit gemischten Gefühlen verbunden. Plötzlich ist alles vorbei, was Jahrzehnte lang einen großen Teil ihres Lebens ausgemacht hat. Für viele ist der Beruf ihr Lebensinhalt schlechthin. Arbeit strukturiert den Tag, wir fühlen uns wertvoll, sind mit anderen Menschen zusammen und bleiben geistig flexibel. Das Ende des Berufslebens gilt daher unter Psychologen schon lange als ein kritisches Lebensereignis. Nicht wenige fallen erst einmal in ein tiefes Loch.

Vom Beruf Abschied nehmen

„Wer sich auf diese Phase vorbereitet, kommt in der Regel mit dem Übergang besser zurecht. Nach meiner Erfahrung tun das aber die wenigsten“, erklärt der Marburger Psychoanalytiker Meinolf Peters, der sich in seiner Praxis auf Alterspsychotherapie spezialisiert hat. Männern falle es schwerer als Frauen, den Job loszulassen. Und besonders schwierig wird der Übergang für alle, die unfreiwillig ausscheiden oder sich stark mit ihrem Beruf identifizieren.

Um einen guten Abschied zu finden, könnten Rituale hier helfen. „Übergänge wie Schulbeginn, Kommunion und Konfirmation oder Hochzeit werden von Ritualen begleitet. Für den Ruhestand haben sie sich noch nicht etabliert, dabei könnten sie sehr zur Versöhnung beitragen“, sagt der Psychotherapeut.

Es geht nicht nur um Hobbys

Mit dem Leben „danach“ sollte man sich rechtzeitig beschäftigen, am besten schon einige Jahre vor dem Rentenbeginn. „Es reicht aber nicht aus, Listen zu erstellen, was man dann alles erledigen will“, warnt Peters. Denn irgendwann sind alle Fotos sortiert und das Haus oder die Wohnung vollständig renoviert. Auch im Garten ist im Winter wenig zu tun. Hobbys sind natürlich wichtig, aber letztlich nicht entscheidend für die neue Lebensphase.

Ein weißhaariger Tourist im Rollstuhl blickt auf einen Fjord: Vergangenheit loslassen, Zukunft gestalten.

Innehalten und Bilanz ziehen

Meinolf Peters plädiert stattdessen fürs Innehalten. Es geht darum, loszulassen und einen langsameren Lebensrhythmus zu finden. Auch die Rückschau auf das eigene Leben gehört dazu. Was war mir wichtig, was habe ich erreicht, welche Dinge bedauere ich? „Diese Überlegungen sind Teil eines Abschiedsprozesses. Nur wenn ich Abschied nehmen kann, mache ich mich frei für etwas Neues“. Um den eigenen Wünschen und Interessen nachzuspüren, müssen wir aber etwas tiefer in uns hineinhorchen. Das braucht Zeit. „Man kann sich zum Beispiel fragen, welche Möglichkeiten habe ich bisher nicht genutzt? Was habe ich früher gerne gemacht und irgendwann aufgegeben? Was möchte ich vielleicht noch nachholen?“

Dabei kann es helfen, seine Überlegungen schriftlich zu notieren und möglichst konkret zu werden: Was kann ich heute schon tun, um meinen Wunsch, Akkordeon spielen zu lernen, auch umzusetzen? Auch Gespräche mit der Partnerin, dem Partner oder guten Freunden können Ideen für andere Lebenswege bringen. Anregungen liefern vielleicht auch Seminare zur Vorbereitung auf den Ruhestand. Sie werden unter anderen von Gewerkschaften, evangelischen Akademien und von Arbeitgebern angeboten. Beziehungen gehören, gerade auch für Singles, ebenfalls auf den Prüfstand. Habe ich gute Freunde oder pflege ich soziale Kontakte nur mit Arbeitskolleginnen und -kollegen?

Einen neuen Lebenssinn finden

„Wir brauchen auch im Alter einen Lebenssinn“, sagt Meinolf Peters. Studien zeigen, dass Menschen, die einen Sinn im Leben sehen, gesünder und seelisch ausgeglichener sind. Wir finden Sinn zum Beispiel durch Geben und durch Generativität, also das Wissen um die Verantwortung der Generationen untereinander.

Der Psychoanalytiker Erik H. Erikson, der diesen Begriff prägte, bezog Generativität zunächst vor allem auf Menschen im späteren Erwachsenenalter. Inzwischen geht man davon aus, dass die Fürsorge für nachfolgende Generationen auch für Menschen im hohen Alter noch wichtig ist. Das kann die Sorge um die Enkel sein, ein Ehrenamt, bei dem ich Kindern Nachhilfe gebe, oder etwa die Gründung einer Stiftung für den Umweltschutz.

Nichts verpassen!

Der 74-jährge Skispringer Jan Willy Oskal tritt 2019 bei der Weltmeisterschaft der Skisprung-Veteranen Vikersund, Norwegen an. Wir brauchen Mut, um nach eigenen Vorstellungen zu leben, um aufzustehen und einzuschreiten.

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Letzte Fragen klären

Wer sich mit der dritten Lebensphase befasst, sollte aber auch andere Bereiche nicht vernachlässigen und beispielsweise eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht verfassen. In letzterer kann man für den Fall der eigenen Handlungsunfähigkeit festlegen, wer die Betreuung übernehmen soll. Fehlt eine solche Vollmacht, bestimmt ein Betreuungsgericht die Betreuerin oder den Betreuer. Spätestens im Ruhestand sollte man auch sein Testament schreiben und sich fragen: Wen will ich als Erben einsetzen? Was möchte ich hinterlassen, was soll einmal von mir bleiben?

Trotz aller anfänglichen Sorgen: Im Großen und Ganzen erleben die meisten Menschen den Ruhestand als positiv, meint Meinolf Peters. „In den ersten Monaten erlebt man eine Art Honeymoon. Dann fällt die Stimmung für einige Zeit in den Keller, bis sich wieder ein neues Gleichgewicht eingestellt hat.“

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Cover des Buches: Die gewonnenen Jahre von Meinolf Peters

Meinolf Peters: Die gewonnenen Jahre: Von der Aneignung des Alters. Statt die einschränkenden Veränderungen im Alter zu leugnen, lädt der Psychotherapeut dazu ein, diese zu nutzen, um eine neue Lebensqualität zu finden. Erschienen im Psychosozial-Verlag, 2017.

TEXT: Angelika Friedl
FOTOS: Ryan Liberto/Twenty20, buzzybee909/Twenty20, Heather Shevlin/Unsplash

Älterer Mann mit Bleistift in der Hand denkt angestrengt nach: Wir können auch im Alter etwas Neues lernen.

Altersforschung: Unser Gehirn will mehr lernen

Etwas Neues lernen – das geht im Alter fast genauso gut wie in jungen Jahren. Neuere Forschung zeigt, dass Erfahrung und Wissen das verminderte Kurzzeitgedächtnis ausgleichen können. Auch im Ruhestand können wir mit Erfolg eine Sprache lernen, einen Tanzkurs oder ein Studium absolvieren. So bleibt das Gehirn fit.

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Altersforschung: Unser Gehirn will mehr lernen

Etwas Neues lernen – das geht im Alter fast genauso gut wie in jungen Jahren. Neuere Forschung zeigt, dass Erfahrung und Wissen das verminderte Kurzzeitgedächtnis ausgleichen können. Auch im Ruhestand können wir mit Erfolg eine Sprache lernen, einen Tanzkurs oder ein Studium absolvieren. So bleibt das Gehirn fit.

„Die Kapazität unseres Gehirns wird massiv unterschätzt“, sagt Christian Stamov Roßnagel. Der Professor für Organisationspsychologie an der Jacobs University Bremen räumt mit der weit verbreiteten Vorstellung auf, ältere Menschen seien nur noch eingeschränkt in der Lage, etwas Neues zu lernen. „Bis 70 müssen wir uns keine Sorgen machen. Laut aktuellem Stand der Forschung lernen ältere Menschen fast genauso gut wie jüngere“, so der Psychologe.

Erfahrung hilft, Zusammenhänge zu erkennen

Unsere verzerrte Wahrnehmung entsteht beispielsweise, weil in wissenschaftlichen Untersuchungen oft die Teilnehmer aufgefordert werden, Rechenaufgaben in möglichst kurzer Zeit zu lösen. Dabei sind Jüngere den Älteren im Schnitt überlegen. Das Kurzzeitgedächtnis lässt im Laufe der Jahre nach, was uns ein wenig langsamer macht. Doch Senioren können dafür bei anderen Aufgaben punkten. „Je breiter, umfassender und komplizierter die Herausforderungen sind, desto kleiner sind die Unterschiede zwischen Älteren und Jüngeren“, erklärt Stamov Roßnagel.

„Sobald Vorwissen und Strategie wichtig werden, Zusammenhänge erkannt werden müssen, die nicht auf der Hand liegen, kommt Senioren ihre Erfahrung zugute.“ Beim Erlernen einer neuen Sprache beispielsweise dürften Jüngere zwar schneller sein als Ältere, aber nicht besser. Beide können am Ende das gleiche Ergebnis erreichen. „Übrigens sind Ältere oft gewissenhafter als Jüngere“, bemerkt der Lernforscher. „Das erklärt zum Teil den Unterschied in der Geschwindigkeit.“

Eine ältere Frau macht einen Yoga-Kurs und lernt dabei neue Übungen.

Wichtig beim Lernen: Motivation

Das Hauptproblem sei nicht das Gehirn, sondern die Motivation: „Mit zunehmendem Alter fordern wir unser Gehirn immer weniger, bei Vielen sinkt die Lernbereitschaft.“ Wichtige Anreize wie ein höheres Einkommen oder die berufliche Karriere entfallen meist mit der Rente. Mit zunehmendem Alter fragen sich viele: Was bringt es mir? Lohnen sich die Anstrengung und der Zeitaufwand? Hinzu kommt, dass es Senioren nicht immer leicht gemacht wird, Neues zu erkunden. „Der verbreitete Irrtum, dass Ältere nicht mehr gut lernen könnten, wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung“, so Stamov Roßnagel. „Kann ein 60-Jähriger eine Handy-App nicht benutzen, wird an seinen kognitiven Fähigkeiten gezweifelt. Hat ein 25-Jähriger Probleme damit, denken die meisten, dass die App nicht benutzerfreundlich sei.“

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Mehr Routine mit digitalen Medien

Gerade bei den digitalen Kompetenzen scheinen die größten Unterschiede zwischen Jung und Alt zu bestehen. Die Ethnologin Pearl-Sue Carper von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg hat in einem Internet-Café für Seniorinnen und Senioren untersucht, wie der Umgang mit neuen Medien auch älteren Menschen gelingt. „Tatsächliche Kompetenz entwickelt man nur, indem man es selbst tut.“, sagt Carper.

Der Unterschied zwischen Alt und Jung bestehe nicht zwangsläufig im Wissen, wie etwas funktioniert, sondern vielmehr in der Gewohnheit. Denn auch Jüngere würden die Prozesse meist nicht hinterfragen und verstünden auch nicht immer, wie Geräte und Anwendungen genau funktionieren. „Der Unterschied liegt in der Routine, im sogenannten Körperwissen. Inkorporierte Bewegungen, die stark unterbewusst ablaufen und nur durch regelmäßiges ‚Selbst-Tun‘ trainiert werden können.“
 Carpers Beobachtungen machen Mut: Die Senioren im Internetcafé lernten extrem schnell, wenn ihnen das Wissen auf die richtige Weise vermittelt wurde.

Ein weißhaariger Mann spielt Gitarre. Ein Musikinstrument zu spielen, trainiert das Gehirn.

Was ist mein Ziel?

Für jedes Alter gilt, dass es zum Lernen vor allem Spaß und Durchhaltevermögen braucht. „Zunächst sollte ich mir klar darüber sein, wofür ich etwas lernen möchte, was mein Ziel ist“, rät Stamov Roßnagel. Besuche ich zum Beispiel einen Sprachkurs, um mich im nächsten Urlaub besser verständigen oder um bestimmte Literatur im Original lesen zu können? Um langfristig motiviert zu bleiben, sollte man sich in Zwischenetappen die erreichten Erfolge vergegenwärtigen: Was habe ich bereits verstanden? Was kann ich schon?

Welche Studienangebote gibt es?

Volkshochschulen, Universitäten und freie Trägern bieten spezielle Bildungsangebote für Senioren an. Einen Überblick gibt der regelmäßig erscheinende Studienführer des Akademischen Vereins der Senioren in Deutschland.

Das Gehirn trainieren

Es lohnt sich in jedem Fall, niemals damit aufzuhören, neue Dinge zu lernen. Das zeigen zahlreiche neurowissenschaftliche Untersuchungen. Denn man kann sein Gehirn wie einen Muskel trainieren und dadurch kognitiv lange fit bleiben. Wichtig ist die Neugier, sich noch einmal auf etwas Neues einzulassen: beispielsweise eine Fremdsprache zu lernen, einen Tanzkurs zu machen oder in einem Ehrenamt aktiv zu werden. Immer mehr Menschen nehmen ein Seniorenstudium auf, rund 50 deutsche Hochschulen bieten inzwischen spezielle Studiengänge für Ältere an.

Auch ein längerer Auslandsaufenthalt etwa als Au-pair-Oma fordert uns heraus, vertraute Pfade zu verlassen und uns mit unbekannten Orten, fremden Menschen und ungewohnten Denkweisen auseinanderzusetzen. Doch vor allem Musizieren scheint unserem Gehirn besonders gut zu tun. Schweizer Forscher haben gerade mit einer Studie bestätigt, dass Musiker besser vernetzte Gehirne haben. Und um ein Musikinstrument zu erlernen, ist es nie zu spät.

TEXT: Lars Klaaßen
FOTOS: Jacob Lund/istock, Addictive Stock/Photocase, greenleaf123/istock

Ein junger Mann macht ein Pausenzeichen: widersprechen und einschreiten, wenn es nötig wird

Zivilcourage: Jeder kann etwas tun

Aus Angst, selbst Opfer zu werden, schrecken viele Menschen davor zurück, in Notsituationen anderen zu helfen. Insbesondere Ältere tun sich schwer damit. Doch sich für andere einzusetzen, ist keine Frage von Alter, Geschlecht oder Muskelkraft. Möglichkeiten gibt es viele und sie lassen sich üben.

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Zivilcourage: Jeder kann etwas tun

Aus Angst, selbst Opfer zu werden, schrecken viele Menschen davor zurück, in Notsituationen anderen zu helfen. Insbesondere Ältere tun sich schwer damit. Doch sich für andere einzusetzen, ist keine Frage von Alter, Geschlecht oder Muskelkraft. Möglichkeiten gibt es viele und sie lassen sich üben.

Die eine informiert eine Kollegin, dass Lügen über sie erzählt werden, der andere bezieht in seiner Männerrunde klar Stellung gegen diskriminierende Kommentare. „Auch das ist Zivilcourage. Sie fängt nicht erst bei der Pöbelei in der Straßenbahn oder dem tätlichen Angriff in der Unterführung an“, sagt Silke Gorges vom Sprecherrat des Bundesnetzwerks Zivilcourage. „Sich für demokratische, humanistische Werte einzusetzen, gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen, anderen zu helfen, all das verstehen wir unter Zivilcourage.“ Dazu seien auch ältere, ängstliche oder zurückhaltende Menschen in der Lage. Klar, eine zierliche Frau hat andere Möglichkeiten als ein großer, durchtrainierter Mann. Aber eben nur andere, nicht keine.

Sich verantwortlich fühlen

Das Wichtigste sei, sich überhaupt verantwortlich zu fühlen und nicht durch Stillschweigen oder Vorbeigehen einen verbalen oder tätlichen Angriff zu akzeptieren. „Das kann man in einfachen Alltagssituationen üben, in denen gar nicht Courage gefragt ist, sondern lediglich Hinsehen: an der Treppe runter zur U-Bahn einer Mutter mit dem Kinderwagen helfen oder für den alten Nachbarn in Corona-Zeiten einkaufen gehen“, sagt Sophia Oppermann, Geschäftsführerin des Vereins Gesicht Zeigen!. Man müsse sich immer klar machen, dass man auch selbst einmal Opfer werden und Hilfe brauchen könne. Wie die Hilfe dann aussieht, kann ganz unterschiedlich sein. Aber jede und jeder sollte nach seinen oder ihren Möglichkeiten handeln.

Passanten laufen an einem Beutel am Boden vorbei. Mut beginnt mit Verantwortung.

Was tun in bedrohlichen Situationen?

Sich selbst nicht in Gefahr zu bringen, ist die oberste Grundregel, wenn man eine brenzlige Situation mitbekommt, sei es eine Pöbelei oder ein tätlicher Angriff. „Ist Gefahr in Verzug, sollte man immer als erstes die Polizei rufen, um keine Zeit zu verlieren“, sagt Gorges. In weniger dramatischen Situationen sei zu überlegen, ob man selbst intervenieren kann und will oder ob man sich lieber Hilfe dazu holt. Bystander aktivieren heißt das im Fachjargon.

„In den meisten Fällen ist man in solchen Situationen nicht alleine“, weiß Oppermann. „In der U-Bahn kann man zum Beispiel andere Fahrgäste direkt ansprechen, um Unterstützung bitten, Aufgaben delegieren.“ Zudem gebe es in allen öffentlichen Verkehrsmitteln die Möglichkeit, über Notrufsprechstellen mit dem Fahrer in Kontakt zu treten, ergänzt Ernst Nieland, Zivilcourage-Trainer der Stiftung muTiger. „Und auf Bahnsteigen stehen SOS-Säulen.“

Paradoxe Intervention

Eine andere Handlungsmöglichkeit ist die paradoxe Intervention, einfacher gesagt: ein Ablenkungsmanöver, das den Täter aus dem Konzept bringt und dem Opfer die Möglichkeit gibt, aus der Situation herauszukommen. „Genau dafür geben wir unseren Kursteilnehmer*innen am Ende immer eine Trillerpfeife mit“, sagt Nieland. „Die hört jeder und die hilft auch dann, wenn einem vor Schreck die Stimme versagt.“ Man kann auch etwas fallen lassen oder umschmeißen, irgendetwas Unerwartetes tun.

Opferklau-Trick

Der sogenannte Opferklau – also das Opfer aus einer Situation herausholen – sei immer dann sinnvoll, solange keine Gewalt im Spiel sei, so Gorges. „Ich kann zum Beispiel die Frau, die im Bus angepöbelt wird, ansprechen und so tun, als würde ich sie kennen und was mit ihr besprechen wollen.“ Generell ist es wichtig, sich immer an das Opfer und nicht an den Täter zu wenden. „Wer sich mit dem Opfer solidarisiert, signalisiert dem Täter sofort, dass die oder der Angegriffene nicht allein ist“, sagt Oppermann.

Zudem würden Täter oft noch aggressiver, wenn man sie anspreche oder womöglich sogar anfasse. „Und doch ist das in unseren Kursen häufig die erste Reaktion“, sagt Trainer Nieland. „Aber wir wollen ja nicht kämpfen, sondern das Opfer aus einer misslichen Lage holen.“ Komme es doch zum verbalen Kontakt mit dem Täter, sei es wichtig, ihn immer zu siezen, rät Gorges. Das wirke deeskalierend. „Und im Nachhinein sollte man sich unbedingt der Polizei als Zeugin oder Zeuge zur Verfügung stellen“, betont Oppermann. „Für die Opfer ist es wichtig, dass die Sache nicht im Sande verläuft.“

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Der 74-jährge Skispringer Jan Willy Oskal tritt 2019 bei der Weltmeisterschaft der Skisprung-Veteranen Vikersund, Norwegen an. Wir brauchen Mut, um nach eigenen Vorstellungen zu leben, um aufzustehen und einzuschreiten.

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Zusammen ist man weniger allein?

Sich an einem belebten Ort zu befinden, schützt nicht davor, Opfer eines verbalen oder tätlichen Angriffs zu werden. „Leider sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eingreift, mit zunehmender Zahl an Augenzeugen“, weiß Gorges. „Entweder wird eine Situation nicht als Gefahr erkannt, weil ja auch die anderen nicht eingreifen – in der Fachsprache nennt sich das pluralistische Ignoranz. Oder wir haben es mit der sogenannten Verantwortungsdiffusion zu tun: ‚Soll doch jemand anderes eingreifen, bei mir passt es grad nicht, ich muss dringend zu einem Termin, habe mein Kind dabei‘.“ Aber: Es reicht, wenn nur eine oder einer der Anwesenden diese Lethargie durchbricht.

Ein Mann bläst in eine Trillerpfeife. Auch mit einer Trillerpfeife kann man in einer Notsituation eingreifen.

Informieren und üben

„Zivilcourage beginnt immer im Kopf!“, sagt Silke Gorges. Genau deshalb sei es wichtig, sich immer wieder mit dem Thema zu beschäftigen, entsprechende Kurse zu besuchen, im Freundeskreis bedrohliche Situationen durchzuspielen, mit seinen Kindern über entsprechende Filmszenen zu sprechen und gemeinsam zu überlegen, wie man selbst gehandelt hätte. Das kann helfen, in einer brenzligen Situation nicht in eine Schockstarre zu verfallen, sondern tatsächlich zu handeln.

Denn für die Opfer ist es doppelt schlimm, wenn sie bedroht werden und die Umstehenden nicht eingreifen. „Eine solche Schutzlosigkeit in der Öffentlichkeit zu erfahren, kann dazu führen, dass man künftig das Gefühl hat, nirgendwo mehr sicher zu sein“, sagt Oppermann. Und nicht zuletzt tut es einem auch selbst gut, anderen zu helfen. „Man bekommt positives Feedback und ist stolz auf sich“, betont Sophia Oppermann. „Als Teil einer Gesellschaft, die freundlich und solidarisch mit anderen umgehen will, müssen wir lernen, über den eigenen Horizont zu gucken und Verantwortung als etwas Positives wahrnehmen.“

Tipps von der Polizei

Es gibt zahlreiche Internetseiten zu dem Thema, beispielsweise von der Polizei. Unter www.aktion-tu-was.de informiert sie ausführlich über das Thema, gibt Tipps und nennt Beratungsstellen.

TEXT: Kristina Simons
FOTOS: Roquillo/Shutterstock, testfight/Photocase, David W./Photocase

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